11.07.2012 | Betriebsprüfung

Das sollten Unternehmer bei der Gewerbesteuer wissen

Viele Unternehmer rechnen bei der Gewerbesteuer falsch.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Gerade bei der GmbH ist die Gewerbesteuer seit Minderung des Körperschaftsteuersatzes im Jahr 2008 auf 15 Prozent zu einer echten Kostenbelastung geworden. Und immer wieder erweist sie sich bei Betriebsprüfungen als Steuerfalle.

Das zeigen die Ergebnisse der Finanzämter. Bereits jede dritte Feststellung während einer Betriebsprüfung betrifft die Gewerbesteuer. Im Fokus der Prüfungen stehen die Hinzurechnungen zum Gewerbeertrag nach § 8 Gewerbesteuergesetz. Dazu gehören Zinszahlungen, Renten und dauernde Lasten, Gewinnanteile typisch stiller Gesellschafter, 20 Prozent der Miet-, Pacht- und Leasingzahlungen für bewegliche Gegenstände, 50 Prozent der Miet-, Pacht- und Leasingzahlungen für unbewegliche Wirtschaftsgüter und 20 Prozent der Lizenzzahlungen und Konzessionen. Von der Summe wird ein Freibetrag von maximal 100.000 Euro abgezogen und vom verbleibenden Betrag werden 25 Prozent dem Gewerbeertrag zugerechnet. 

Unternehmer beachten Besonderheiten zu wenig

Und genau bei diesen Hinzurechnungen machen viele Unternehmer Flüchtigkeitsfehler. Sie rechnen einfach den Saldo des Aufwandskontos „Miete für Büro“ oder „Leasinggebühren“ beim Gewerbeertrag hinzu. Dabei stecken in vielen anderen Aufwands- und Bilanzposten ebenfalls Positionen, die hinzuzurechnen sind. Hier ein paar Besonderheiten aus der Praxis:

Messekosten: Wer einen Messestand auf einer Messe hat, bekommt vom Messeveranstalter meist eine gesalzene Rechnung. In dieser Rechnung, die meist auf dem Aufwandskonto „Werbung“ verbucht wird, stecken meist Mietzahlungen für die Standfläche und für den zur Verfügung gestellten Stand. Eine Hinzurechnung ist ein Muss.

Rückstellung: Wird bei Bilanzierung eine Gewinn mindernde Rückstellung für ausstehende Mietzahlungen oder Lizenzen gebildet, ist dieser Aufwand ebenfalls bei den Hinzurechnungen nach § 8 GewStG zu erfassen.

Aktive Rechnungsabgrenzung: Handelt es sich bei einem aktiven Rechnungsabgrenzungsposten um eine Leasingsonderzahlung oder um vorausbezahlte Miete fürs Büro, ist bei Auflösung dieses Posten eine Hinzurechnung zum Gewerbeertrag notwendig.

Lagerkosten: Kümmert sich eine Logistikfirma und die Auslieferung und die Annahme von Waren und fallen dabei ohne Abschluss eines Mietvertrags Lagerkosten oder Lagergeld an, müssen diese Zahlungen beim Gewerbeertrag nicht zugerechnet werden (OFD Magdeburg, Verfügung vom 07.05.2012 - G 1422 – 67 – St 216).

Schlagworte zum Thema:  Finanzamt, Betriebsprüfung, Gewerbesteuer

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