07.05.2012 | Top-Thema Geschäftswagen: Fahrtenbuch oder Ein-Prozent-Regel?

Fahrtenbuch: Vorteile und Ermittlung des Privatanteils

Kapitel
Was ist steuerlich günstiger: Fahrtenbuch oder Ein-Prozent-Regel?
Bild: Michael Bamberger

Die Fahrtenbuchmethode ist nur dann interessant, wenn ein Geschäftswagen ausschließlich betrieblich oder nur ganz selten privat genutzt wird, oder wenn die Pkw-Kosten sehr gering sind und der Listenpreis des Fahrzeugs sehr hoch ist.

In diesem Fall droht bei der Ein-Prozent-Regelung nämlich die Begrenzung der absetzbaren Kosten. Das bedeutet im Klartext: Sind die tatsächlichen Fahrzeugkosten niedriger als der Privatanteil nach der Ein-Prozent-Regelung, wirken sich null Euro der Kosten des Geschäftswagens Gewinn mindernd aus. Ein entscheidender Nachteil der Fahrtenbuchmethode ist allerdings: Sämtliche Fahrten mit dem Geschäftswagen müssen mit Kilometerstand am Anfang und Ende der Fahrt aufgezeichnet werden, auch Grund und Ziel der Fahrt müssen eingetragen werden. Die Aufzeichnungen müssen laufend und zeitnah erfolgen. Elektronische Fahrtenbücher akzeptiert das Finanzamt nur, wenn die Aufzeichnungen nach dem Auslesen nicht mehr änderbar sind. Betriebsprüfer schauen beim Fahrtenbuch meist sehr genau hin. Schon bei kleinsten Mängeln wird die Regelung häufig gekippt und die Ein-Prozent-Methode angewendet.

Ermittlung des Privatanteils nach der Fahrtenbuchmethode

Die Fahrten mit dem betrieblichen Pkw müssen vom ersten bis zum letzten Kilometer eines Wirtschaftsjahrs nachvollziehbar sein. Hierzu sind folgende Angaben notwendig:

  • Datum
  • Kilometerstand zu Beginn und zum Ende jeder Fahrt
  • Reisezweck, Reiseziel und aufgesuchte Kunden oder Geschäftspartner
  • Reiseroute
  • bei Privatfahrten genügt die Kilometerangabe
  • bei Fahrten zwischen Wohnung und Betrieb genügen die Kilometerangabe und ein Vermerk, dass Fahrten zwischen Wohnung und Betrieb vorliegen.

Ein Beispiel: Die gesamten Pkw-Kosten für Ihren Geschäftswagen betragen 8.000 Euro. Beträgt die Jahresgesamtfahrleistung Ihres Geschäftswagens 35.000 Kilometer und entfallen davon 9.000 Kilometer auf private und 26.000 Kilometer auf betriebliche Fahrten, beträgt die private Nutzung 25,7 Prozent (9.000 km : 35.000 km × 100 Prozent = 25,7 Prozent). Das bedeutet: 25,7 Prozent aus der Summe aller typischen Fahrzeugkosten (Abschreibung, Kfz-Steuer, Versicherungen, Benzin, Wartung usw.), also 2.056 Euro (8.000 Euro x 25,7 Prozent) dürfen nicht als Betriebsausgaben abgezogen werden.

Schlagworte zum Thema:  Fahrtenbuch, Firmenwagen, Steuer, Geschäftswagen

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