11.08.2011 | Steuern & Finanzen

Firmenwagen in Grundausstattung als Steuersparidee

Nachträglich eingebaute Sonderausstattung ist neuerdings nicht mehr in die Bemessungsgrundlage der Ein-Prozent-Regelung einzubeziehen. Vermehrt stellen sich Arbeitgeber und Mitarbeiter bei der Neuanschaffung von Firmenfahrzeugen deshalb die Frage, ob es Sinn macht, den Wagen zunächst nur in der Grundausstattung zu bestellen.

Hintergrund ist ein Urteil des Bundesfinanzhofs, das inzwischen im Bundessteuerblatt veröffentlicht und damit allgemein anwendbar ist (Urteil v. 13.10.2010, BStBl 2011 II S. 361).

Danach ist der nachträgliche Einbau von Sonderausstattungen - im Urteilsfall eine Flüssiggasanlage - nicht in die Bemessungsgrundlage der Ein-Prozent-Regelung einzubeziehen. Die Richter vertreten die Auffassung, die Bemessungsgrundlage der Ein-Prozent-Regelung sei stets bezogen auf den Zeitpunkt der Erstzulassung zu ermitteln.

Siehe hierzu: Firmenwagen: Sonderausstattung richtig bewerten

Die Bestellung eines Firmenwagens in einfacher Ausstattung und der nachträgliche Einbau von Sonderausstattungen macht demnach aus steuerlicher Sicht Sinn. Die Sonderausstattung bleibt in diesen Fällen bei der Ermittlung des geldwerten Vorteils außen vor. Gleiches gilt für die Sozialversicherung, die sich insoweit der steuerlichen Behandlung anschließt. Dabei gibt es weder eine Zeitspanne, die nach der Erstzulassung abgewartet werden muss, noch eine Kostenobergrenze. Theoretisch ist damit eine Umrüstung vom Basismodell zur Vollausstattung möglich.

Allerdings stößt die Gestaltungsidee an praktische Grenzen. Viele Ausstattungsmerkmale sind nicht oder nur mit großem Aufwand nachträglich einbaufähig, wie z. B. eine Klimaanlage. Die Möglichkeiten beschränken sich regelmäßig auf den jeweiligen Zubehörkatalog. Die dort veranschlagten Preise liegen jedoch oftmals deutlich über dem Werkseinbau.

In Betracht kommen vor allem Felgen und Räder sowie elektronische Komponenten wie Autotelefon, Alarmanlage und (portables) Navigationssystem. In diesem Zusammenhang ist jedoch darauf hinzuweisen, dass bei der Ein-Prozent-Regelung der Wert

-          eines Autotelefons einschl. Freisprecheinrichtung sowie

-          eines weiteren Satzes Reifen einschl. Felgen

ohnehin außer Ansatz bleiben. Dies gilt unabhängig davon, ob sie ab Werk bestellt oder nachträglich eingebaut werden.

Bei Anwendung der Fahrtenbuchmethode spielen der Listenpreis und damit auch das neue Urteil keine Rolle, weil es auf die für das Fahrzeug entstehenden Kosten ankommt, zu denen auch nachträgliche Anschaffungskosten gehören.

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