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Bund steigt aus dem Geschäft mit Privatanlegern aus

Die Finanzagentur will nicht mehr an Privatanleger verkaufen.
Bild: Haufe Online Redaktion

Privatanleger sollen ab 2013 nicht mehr direkt beim Staat Bundeswertpapiere erwerben können. Stattdessen müssen sie Staatsanleihen dann über ihre Hausbank kaufen und dafür Gebühren zahlen.

"Das Bundesministerium der Finanzen hat unter dem Gebot einer möglichst kostengünstigen Gestaltung der Kreditaufnahme des Bundes entschieden, das Privatkundengeschäft mit Bundeswertpapieren (...) nicht weiter fortzusetzen und den Vertrieb von Privatkundenprodukten zum Jahresende 2012 einzustellen", berichtete die Bundesrepublik Deutschland-Finanzagentur in Frankfurt und bestätigte damit einen Bericht des "Handelsblatts". Damit können Privatkunden ihr Geld nur noch bis Ende 2012 über die Finanzagentur direkt in Bundesschatzanweisungen, Bundesobligationen und Bundesanleihen investieren. Danach sei der Erwerb nur noch über Banken und Sparkassen möglich. Neu aufgelegte börsennotierte Wertpapiere können schon vom 22. August 2012 an nicht mehr auf ein separates Konto bei der Finanzagentur übertragen werden.

Die Schildkröte hat ausgedient 

Die bestehenden Einzelschuldbuchkonten führe die Finanzagentur bis zur Fälligkeit der darin verwalteten Bundeswertpapiere fort. Nach den Angaben haben private Kunden aktuell rund 8,5 Milliarden Euro auf gut 330.000 Konten angelegt. Das Privatgeschäft mache damit weniger als ein Prozent der gesamten umlaufenden Schuld des Bundes aus, sei aber vergleichsweise arbeitsintensiv und deshalb teuer. Die Bundesregierung warb seit dem Jahr 2008 in TV-Spots mit einer Schildkröte für die Finanzierungsschätze des Bundes.

Schlagworte zum Thema:  Finanzagentur, Bundesministerium der Finanzen (BMF), Bundesschatzbrief, Bundesobligationen, Bundesanleihe

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