30.08.2013 | FG-Urteil

Mit einer "mittelbaren Schenkung" Steuern sparen

Eine "mittelbare Schenkung" kann Steuern sparen.
Bild: MEV-Verlag, Germany

Mit einer "mittelbaren Schenkung" lassen sich Steuern sparen. Bei diesem Modell werden in der Regel Geldbeträge verschenkt, die zweckgebunden verwendet werden müssen, beispielsweise zur Finanzierung einer Immobilie.

Der Vorteil: Die Immobilie wird aus schenkungssteuerlicher Sicht niedriger bewertet als der reine Geldbetrag. "Insbesondere, wenn die persönlichen Freibeträge zwischen Schenker und Beschenkten schon aufgebraucht oder aufgrund des Verwandtschaftsgrades sehr niedrig sind, ist das Modell sinnvoll", erklärt Anita Käding vom Bund der Steuerzahler.

Bewertung mit dem Rückkaufswert 

Auch bei der Schenkung einer Lebensversicherung kann von der "mittelbaren Schenkung" Gebrauch gemacht werden. Dies entschied das Finanzgericht München (Az.: 4 K 690/10). In dem Fall bezahlte die Tante die Beiträge der Lebensversicherung für den Neffen. Der hatte die Versicherung zwar selbst und im eigenen Namen abgeschlossen, aber erst nachdem er wusste, dass die Tante die Beiträge bezahlen würde. Die Tante wollte ihren Neffen offensichtlich die Lebensversicherung und nicht die Geldbeträge zukommen lassen. Daher erfolgte die Bewertung der Schenkung nicht mit den jeweiligen Geldbeträgen, sondern nach den Regeln für die Bewertung von Versicherungen. Noch nicht fällige Versicherungen werden mit dem Rückkaufswert bewertet, der insbesondere zu Beginn der Einzahlungsphase regelmäßig weit unter der Summe der eingezahlten Beträge liegt. Insofern muss ein geringerer Betrag schenkungssteuerlich erfasst werden.

Entscheidung des Finanzhofs im Auge behalten 

"Eine mittelbare Schenkung sauber hinzubekommen, ist aber nicht so ganz einfach", warnt Käding. Hätte beispielsweise der Neffe die Lebensversicherung bereits abgeschlossen und würde sich die Tante erst später entschließen, die Beiträge zukünftig zu übernehmen, würde sie den Neffen von einer privaten Verpflichtung befreien und die Geldbeträge wären schenkungsteuerlich anzusetzen. Zu beachten ist, dass das Finanzamt die Entscheidung des Finanzgerichts München nicht akzeptieren will und nun die Revision beim Bundesfinanzhof (Az.: II R 26/13) anhängig ist. "Dieses Verfahren sollten Gestaltungswillige auf jeden Fall im Blick behalten", rät Käding.

Schlagworte zum Thema:  Schenkung, Finanzgericht, Urteil, Finanzamt, Schenkungssteuer

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