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Familienunternehmer: Steuerbelastung immer noch zu hoch

Deutsche Unternehmen zahlen innerhalb der Europäischen Union nach wie vor mit die höchsten Steuern. Das ist das Ergebnis einer  Studie der Stiftung Familienunternehmen.  In der Reihe der 27 EU-Mitgliedstaaten stehe die Bundesrepublik auf einem unrühmlichen 21. Platz, also im unteren Drittel.

Das Zentrum für Europäische  Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim hatte die Studie in Kooperation mit der Universität Mannheim erstellt. Um die Auswirkungen von Veränderungen im Steuersystem auf die Unternehmen zu ermitteln, setzte das ZEW ein Simulationsmodell ein, den "European Tax Analyzer". Kern dieses Instruments ist ein Unternehmensmodell, mit dessen Hilfe die effektiven Steuerbelastungen von Unternehmen und ihren Beteiligten unter Berücksichtigung sämtlicher relevanter Steuerarten berechnet werden kann

Ergebnis der Studie: Die gegenwärtige Steuerpolitik erfüllt die zentralen Anforderungen an die Unternehmensbesteuerung nicht erfüllt. Dazu zählen Entscheidungsneutralität und Einfachheit der Besteuerung sowie die Stärkung der Standortattraktivität. "Die Probleme der Unternehmenssteuerreform 2008 bestehen damit nach wie vor", so Prof. Dr. Christoph Spengel, Projektleiter der Studie beim ZEW.

Im Rahmen der Studie wurden daher auch Unternehmensvertreter, Steuerberater und Vertreter der Finanzverwaltung befragt, um die zentralen Problemfelder des deutschen Unternehmenssteuersystems zu identifizieren. Das Ergebnis: Besonders kompliziert und damit reformbedürftig sind die steuerliche Behandlung grenzüberschreitender Geschäfte, die Besteuerung von Personengesellschaften, die so genannte Zinsschranke (die Beschränkung der Abzugsfähigkeit von Schuldzinsen nach komplexen Regeln), und die Erbschaftsteuer. "Dass es der Staat den Unternehmen dort besonders schwer macht, wo sie stark sind und auch Deutschland stark machen, nämlich im Export, das ist widersinnig", kommentierte Prof. Brun-Hagen Hennerkes, Vorstand der Stiftung Familienunternehmen, die Umfrageergebnisse.

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