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DSW lehnt Finanztransaktionssteuer ab

Eine auf nationaler Ebene eingeführte Finanztransaktionssteuer treffe weder die Banken noch irgendwelche Hedgefonds. Getroffen werden einzig und allein die Privatanleger, die der Steuer nicht durch eine Verlagerung ihrer Geschäfte etwa nach London ausweichen könnten. Diese Auffassung vertritt Marc Tüngler, Hauptgeschäftsführer der DSW (Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz) in Düsseldorf.

Die Kritik des Anlegerschützers bezieht sich auf die Pläne der Bundeskanzlerin Angela Merkel, die Steuer, die auf alle Wertpapiergeschäfte erhoben werden soll, in Deutschland einzuführen. Damit reagierte Merkel auf den Vorstoß des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy, der angekündigt hatte, in Frankreich eine solche Steuer erheben zu wollen. „Der deutsche Anleger darf nicht zum Spielball im französischen Präsidentschaftswahlkampf werden“, mahnt Tüngler.

Wie belastend die Steuer wirke, zeige sich am Beispiel Schwedens, wo sie im Jahr 1985 eingeführt wurde. Binnen weniger Monate war das Gros der großen Investoren ins Ausland abgewandert. Statt der eingeplanten Mehreinnahmen in Milliardenhöhe kam das Börsengeschehen in Schweden beinahe vollständig zum Erliegen. Das Land hat die Steuer längst wieder als unbrauchbar abgeschafft. „Wir hoffen, dass die Eurozone aus dieser schlechten Erfahrung die richtigen Schlüsse zieht und die Finanztransaktionssteuer endlich dort landet, wohin sie gehört: in dem bereits sehr dicken Sammelband fiskalpolitischer Irrtümer“, sagt Tüngler.

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