07.06.2011 | Steuern & Finanzen

Dienstwagen-Besteuerung: Einspruch einlegen!

Wer als Unternehmer oder als Arbeitnehmer einen Dienst- oder Firmenwagen privat nutzt, muss für die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte einen Vorteil ermitteln, den er versteuern muss. Dagegen sollten alle Betroffenen Einspruch einlegen und ein Ruhen des Verfahrens beantragen, bis ein Musterprozess vor dem Finanzgericht Niedersachsen entschieden ist.

Denn das Finanzamt hält sich dann bei Ermittlung des zu versteuernden Vorteils an den Bruttolistenpreis des Fahrzeugs im Zeitpunkt der Erstzulassung. Übliche Rabatte beim Kauf oder der tatsächliche Kaufpreis werden nicht berücksichtigt. Das kann in der Praxis zu einer enormen Überbesteuerung des Vorteils aus der privaten Pkw-Nutzung führen.

Einsprüche einlegen – Aufruf an alle

Aus diesem Grund sollten alle Arbeitnehmer und Unternehmer, die den Vorteil aus der Pkw-Nutzung nach der 1%-Regelung ermitteln, Einspruch einlegen und ein Ruhen des Einspruchsverfahrens beantragen, bis der Musterprozess vor dem  Finanzgericht Niedersachsen ein Entscheidung bringt. Für anhängige Verfahren vor einem Finanzgericht gibt es grundsätzlich keine Verfahrensruhe. Doch je mehr Einsprüche eingehen, desto mehr ist die Finanzverwaltung unter Zugzwang. In diesen Situationen wird schon einmal eine Verfahrensruhe beantragt.

Praxistipp:

Begründen Sie Ihren Einspruch mit einem Verweis auf den schwarz-gelben Koalitionsvertrag. Dort steht auf Seite 12 nämlich schwarz auf weiß, dass die Angemessenheit der Besteuerung des geldwerten Vorteils aus der Privatnutzung betrieblicher Fahrzeuge überprüft werden soll. Leider wurde dieses Versprechen im Koalitionsvertrag bisher nicht eingehalten.

Anhängiges Verfahren vor dem Finanzgericht Niedersachsen, Az. 9 K 394/10

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