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Die Bedeutung von Factoring nimmt weiter zu

Factoring hat im Finanzierungsmix der Unternehmen auch im Jahr 2011 weiter an Bedeutung gewonnen. So stieg das Volumen der an Factoring-Dienstleister abgegebenen Forderungen im vergangenen Jahr um knapp 19 Prozent auf rund 157,3 Milliarden Euro. Im Jahr davor lag der Zuwachs bei 37 Prozent.

„Seit dem Jahr 2005 hat sich das Factoring-Volumen fast verdreifacht, das ist ein stolzes Ergebnis für die Branche“, erklärte Joachim Secker, Sprecher des Vorstands des Deutschen Factoring-Verbands, bei der Vorstellung der Zahlen in Frankfurt. Verantwortlich für das Wachstum im vergangenen Jahr seien neben der guten Wirtschaftsentwicklung in wichtigen Factoring-Branchen die gestiegenen Konsumausgaben, höhere Investitionen sowie der auch starke Export von Produkten und Dienstleistungen. Der Verband vertritt die Interessen der 26 führenden Factoring-Institute in Deutschland.

Wie aus den Zahlen weiter hervorgeht, nahm die Zahl der Neukunden auf nunmehr rund 14.600 zu, gegenüber 2010 ist das ein Plus von mehr als 20 Prozent. Auch die Forderungslaufzeit erreichte fast wieder Vorkrisenniveau und beträgt nun 40,7 Tage (gegenüber noch 41,1 Tagen in 2010 und 2009 sowie gegenüber 40,5 Tagen in 2008). Daran hatte nach Verbandsangaben vor allem die starke Binnenkonjunktur ihren Anteil, die Arbeitsplätze sicherte und mitverantwortlich für das verbesserte Zahlungsverhalten der Debitoren war.

Die fünf wichtigsten Branchen, die Factoring nutzen, blieben der Handel, Dienstleistungen, die Herstellung von Metallerzeugnissen/Maschinenbau, das Ernährungsgewerbe sowie die Metallerzeugung und -verarbeitung. Bemerkenswerte Zuwächse gab es jedoch bei der Herstellung chemischer Erzeugnisse und von Gummi- und Kunststoffware. Dagegen verzeichneten das Holzgewerbe sowie das sonstige verarbeitende Gewerbe Rückgänge.

Vor dem Hintergrund der mit Basel III verbundenen strengeren Regeln für die Kreditvergabe geht der Verband davon aus, dass die Bedeutung von Factoring weiter zunehmen wird. Allerdings rechnet der Verbandsvorsitzende Secker auch mit einer weiteren Konsolidierung unter den Anbietern von Factoring. Der Grund: Auch die Factoringbranche muss mit strengeren gesetzlichen Anforderungen rechnen, die vor allem kleinere Anbieter nicht erfüllen könnten.

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