15.06.2011 | Steuern & Finanzen

Der Businessplan: Tipps für die Praxis

Kapital- und Fördermittelgeber wollen von einer Geschäftsidee überzeugt werden. Ein geeignetes Instrument, das eigene Geschäftsmodell zu erklären, ist der Businessplan. Hier lesen Sie, wann ein Businessplan hilfreich ist, welche Informationen er enthalten sollte und wie Sie ihn am besten präsentieren.

Ein Businessplan ist eine detaillierte, schriftliche Ausarbeitung der wesentlichen Aspekte eines Geschäftskonzepts. Es ist ein Dokument, das die wichtigsten Ziele, Strategien (z. B. Marketing, Vertrieb, Produktentwicklung) und Eckdaten für ein geschäftliches Vorhaben zusammenfasst. Außerdem enthält der Businessplan eine quantitative Planung in Form einer GuV-Rechnung, eine Planbilanz sowie eine Liquiditätsplanung. Zentrales Ziel des Businessplans ist es, die Erfolgsaussichten des Vorhabens schlüssig darzulegen.

Einer der häufigsten Anlässe für einen Businessplan ist die Unternehmensgründung, doch es gibt weitere:

  • Akquisition von Fremdkapital, Fördermitteln, Kunden oder Lieferanten
  • Investitionen und Desinvestitionen
  • Über-Kreuz-Beteiligungen, Fusionen oder strategische Allianzen mit anderen Unternehmen
  • Kommunikation der Unternehmensstrategie gegenüber Medienvertretern
  • Einführung neuer Produkte
  • Wechsel der Unternehmensstrategie

Zwar ist es angesichts der Vielzahl von Branchen, Zielgruppen und Geschäftsideen nicht möglich, eine vollständige, einheitliche Struktur für Businesspläne zu definieren. In der Praxis haben sich jedoch einige inhaltliche Grundbestandteile als sinnvoll erwiesen, die auf die jeweiligen Ziele und Zielgruppen angepasst werden. Dazu gehören:

  • Management/Executive Summary inklusive der wichtigsten Kennzahlen
  • Qualitativer Teil: Geschäftsidee, Geschäftsmodell, Rechtsform, Gründerpersonen, Marktanalyse, Marketingkonzept, Produktions- und Personalplanung, Zeitplanung
  • Quantitativer Teil: Ergebnisplanung, Bilanzplanung, Finanzplanung und weitere wichtige Kennzahlen
  • Anhang


⇒ Praxistipp Management Summary: Die Adressaten des Businessplans nutzen die Management Summary als erstes Auswahlkriterium, um sich einen Überblick zu verschaffen. Dort sollten daher die wesentlichen Fakten möglichst knapp, prägnant und überzeugend präsentiert werden. Achten Sie dabei auch darauf, wie ihre Zielgruppe Informationen aufzunehmen gewohnt ist (Banker z. B. bevorzugen meist Zahlen und Tabellen, während Marketingfachleute sich häufig eher durch visuelle Reize wie Bilder, Info-Grafiken und Diagramme angesprochen fühlen).

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Grundsätzliche Anforderungen an einen erfolgreichen Businessplan:

Vollständige Information
Es versteht sich von selbst, dass der Businessplan vollständig über das geplante Projekt informieren soll. Hilfreich ist es dabei, sich in die Rolle des Adressaten zu versetzen und aus seiner Perspektive zu hinterfragen, ob alle relevanten Informationen tatsächlich auch im Businessplan enthalten sind.

Inhaltliche Konsistenz
Die Teilausführungen eines Businessplans bauen aufeinander auf und sind miteinander verknüpft. Die vielfältigen Abhängigkeiten müssen bei der Erstellung und ständigen Anpassung der Planungen immer wieder überprüft und aktualisiert werden.

Konservative (sichere) Planung
Das Geschäftskonzept wie auch die Planungsrechnungen basieren als zukunftsorientierte Projektionen auf vielfältigen Planungsprämissen und Schätzungen. Bei der Durchführung der Planungen empfiehlt sich eine konservative Schätzung der Prämissen. Es hat sich auch bewährt, alternative Szenarien (best case-, base case- und worst case-Szenarien) durchzuspielen, um die Auswirkungen von Planabweichungen zu analysieren.

Rollierende Planung
Die Aufstellung eines Businessplans ist keine einmalige Prozedur zur Akquisition von Finanzierungsmitteln, sondern – wie beschrieben – ebenso ein permanentes Controllinginstrument. Daher sollte der Businessplan im Rahmen einer rollierenden Planung laufend angepasst werden.

Risiken analysieren
Jedes unternehmerische Vorhaben ist Risiken ausgesetzt. Diese sollten im Vorfeld der Aufstellung eines Businessplans nüchtern und sachlich analysiert werden. Der Businessplan sollte aufzeigen, welche Gegenmaßnahmen im Falle des Auftretens von Risiken eingeleitet werden können.

Kritische Distanz wahren
Die Erstellung eines Businessplans erfordert eine nüchterne und sachliche Analyse der Planungsprämissen wie auch der Stärken und Schwächen der Geschäftsidee. Viele verantwortliche Manager vor allem aber unerfahrene Gründer lassen sich häufig von der eigenen Geschäftsidee faszinieren. Dies führt dazu, dass die Analyse an die Geschäftsidee angepasst wird und ungünstige Informationen negiert oder zumindest unterschätzt werden. Bevor ein Businessplan potentiellen Investoren präsentiert wird, sollte dieser mit unbefangenen Dritten (z. B. Freunden, Geschäftspartnern, Beratern) kritisch diskutiert werden.

Vergleichsmaßstäbe aufzeigen (Benchmarks)
Unternehmensplanungen sind auf eine Vielzahl von Prämissen angewiesen. Zur Erhöhung der Glaubwürdigkeit sollten diese Annahmen auf glaubwürdige Informationen abgestützt werden. Benchmarks (Vergleichsgrößen), z. B. durch Kostenvergleichsgrößen, Umsatzvergleichsgrößen helfen sowohl bei der Aufstellung als auch bei der Beurteilung der Businesspläne in Hinblick auf deren Plausibilität.

Formale Konsistenz
Eine Selbstverständlichkeit zur Vertrauensbildung bei den Adressaten ist ein geschlossenes Gesamtbild des Businessplans. Dem Businessplan ist eine Gliederung voranzustellen. Texte sind in knapper, sachlicher Sprache verfasst, Tabellen und Grafiken sind einfach und übersichtlich gestaltet. Technische und komplexe Sachverhalte sollten so dargestellt werden, dass auch ein Nicht-Fachmann diese nachvollziehen kann.

Vertraulichkeitserklärung
Auch wenn die rechtliche Bindewirkung von Vertraulichkeitserklärungen umstritten ist, sollte auf eine solche formale Erklärung nicht verzichtet werden, da der Businessplan eine Vielzahl wichtiger Informationen enthält, die nicht in die Hände des Wettbewerbs fallen sollten.

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