12.09.2011 | Steuern & Finanzen

Das Jobticket ist steuerpflichtiger Arbeitslohn

Wenn der Arbeitgeber seinen Mitarbeitern monatlich oder jährlich ein Jobtickets für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte stellt, so ist dies wie steuerpflichtiger Arbeitslohn zu behandeln, soweit die Aufwendungen nicht zu den Reisekosten gehören.

Der Vorteil kann vom Arbeitgeber regelmäßig mit 15 Prozent pauschal versteuert werden (§ 40 Abs. 2 Satz 2 EStG). Dies führt zur Sozialversicherungsfreiheit. Der Mitarbeiter kann in seiner Steuererklärung für die Fahrten zur Arbeitsstätte die Entfernungspauschale in Höhe von 0,30 Euro je Entfernungskilometer als Werbungskosten ansetzen.

Verbilligung nicht steuerpflichtig

Ein geldwerter Vorteil ist jedoch nicht anzunehmen, wenn der Arbeitgeber seinen Mitarbeitern ein sogenanntes Jobticket für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu dem mit dem Verkehrsunternehmen vereinbarten (niedrigeren) Preis überlässt. Die Tarifermäßigung für das Jobticket im Vergleich zum üblichen Preis wird nicht als geldwerter Vorteil angesehen.

44-Euro-Freigrenze anwendbar

Ein Sachbezug liegt vor, soweit der Mitarbeiter das Jobticket darüber hinaus verbilligt oder unentgeltlich vom Arbeitgeber erhält. Die 44-Euro-Freigrenze ist anwendbar. Wird diese Monatsfreigrenze - insbesondere bei der Zuwendung von Jahresfahrscheinen - überschritten, ist Lohnsteuer abzuführen. Eine günstige Gestaltung lässt sich dadurch erreichen, dass der Jahresfahrschein in Form monatlicher Fahrberechtigungen gewährt wird, die vom Lohnbüro jeweils nur für einen Monat ausgehändigt werden.

Tipp: Überlassung einer Jahresnetzkarte

Überlässt der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer eine Jahresnetzkarte, so führt dies zum sofortigen Zufluss von Arbeitslohn, wenn dem Arbeitnehmer mit der Karte ein uneingeschränktes Nutzungsrecht eingeräumt wurde (BFH, Urteil v. 12.4.2007, BStBl 2007 II S. 719).

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