| Bundesratsinitiative

Vermieter sollen Maklerkosten zahlen

Der Vermieter soll die Maklergebühr tragen, fordert eine Bundesratsinitiative.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Wer den Makler bestellt, der soll ihn auch bezahlen - diesem Vorstoß aus Hamburg will sich nun Nordrhein-Westfalen im Bundesrat anschließen.

Die SPD-regierte Hamburger Bürgerschaft kündigte bereits im Januar eine Initiative in der Länderkammer an, mit der das Wohnungsvermittlungsgesetz entsprechend geändert werden soll. Nun bestätigte der nordrhein-westfälische Bauminister Michael Groschek (SPD) Medienberichte, wonach sich NRW dieser Initiative anschließen wolle. "Miete plus Provision können Normalverdiener oft kaum noch stemmen", begründete Groschek seinen Entschluss.

Zustimmung vom Mieterbund 

Bisher darf die Maklergebühr maximal zwei Monatskaltmieten plus Umsatzsteuer betragen. Ob der Vermieter oder der Mieter die Gebühr entrichten muss, ist nicht geregelt. Während die Vermieter in bevölkerungsarmen Landstrichen die Maklerkosten häufig selbst tragen, wird die Gebühr in Städten wie Hamburg, Köln oder Düsseldorf meist auf den Mieter abgewälzt. "Das ist ungerecht, weil der Mieter eine Leistung zahlen muss, die er nicht in Anspruch genommen hat", sagte die Geschäftsführerin des Deutschen Mieterbunds Nordrhein-Westfalen, Elisabeth Gendziorra. Die Pläne der rot-grünen Landesregierung fänden große Zustimmung. "Wir sind sehr aufgeschlossen und erfreut", sagte Gendziorra.

Kritik von "Haus & Grund" 

Heftige Kritik erntete die geplante Bundesratsinitiative hingegen vom Vermieterverband Haus & Grund Rheinland. "Der Schuss wird nach hinten losgehen", warnte Verbandsdirektor Erik Uwe Amaya. Die Vermieter würden die Kosten über höhere Mieten wieder reinholen. Für den Mieter sei es billiger, wenn er einmalig die Maklergebühr bezahle.

Schlagworte zum Thema:  Vermietung, Wohnungsvermittlungsgesetz, Vermieter, Makler

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