| Bundesfinanzhof

Vorsicht bei Immobilien-Leerstand

Wenn die Mietwohnung zu lange leer steht, wird das Finanzamt argwöhnisch.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Wenn Immobilien länger leerstehen, kann das zu Schwierigkeiten mit dem Finanzamt führen.

Der Hintergrund: "Besteht keine Absicht, Einkünfte zu erzielen, können Vermieter die entsprechenden Ausgaben nicht mehr steuerlich geltend machen", erklärt Anita Käding vom Bund der Steuerzahler. Da die Steuerbescheide meist nur vorläufig ergehen, könne sich so über die Jahre eine immense große Forderung anhäufen, die mit einem Mal beglichen werden muss. "Dass weiterhin Einkunftserzielungsabsicht besteht, kann der Vermieter nur durch nachhaltige Vermietungsbemühungen beweisen."

Vermieter muss Zugeständnisse machen 

Im Zweifel müssen Vermieter dabei neue Wege der Vermarktung ihrer Immobilie gehen, entschied der Bundesfinanzhof (Az.: IX R 14/12). Dabei kann es Vermietern sogar zugemutet werden, bei der Auswahl der Mieter, der Höhe der Miete oder der Ausgestaltung des Mietvertrages Zugeständnisse zu machen. "Im Klartext heißt das, dass der Vermieter versuchen sollte, möblierte Wohnungen auch unmöbliert zu vermieten, kurzfristige, statt nur Dauermietverhältnisse zu akzeptieren und sich offen gegenüber Familien mit mehreren Kindern oder Mietern mit Haustieren und Musikinstrumenten zu zeigen", sagt Käding. Außerdem sollte er neue Vertriebswege nutzen, wenn die bisherigen keinen Erfolg brachten. "Das kann beispielsweise die zusätzliche Offerte in Online-Portalen oder die Einschaltung eines Maklers sein."

Schlagworte zum Thema:  Mietwohnung, Leerstand, Finanzamt, Einkünfteerzielungsabsicht, Immobilien

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