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Grunderwebsteuer auf dem Prüfstand

Bild: MEV-Verlag, Germany

Bauherren, die ein unbebautes Grundstück erwerben und anschließend bebauen lassen, müssen häufig auf das Grundstück und die Kosten des Hausbaus Grunderwerbsteuer zahlen. Gegen diese Praxis ist nun beim Bundesfinanzhof (BFH) ein Verfahren anhängig (Az. II R 7/12).

Darauf weist die Eigentümerschutz-Gemeinschaft Haus & Grund Deutschland hin. Betroffene Bauherren könnten unter Hinweis auf das Verfahren Einspruch gegen ihren Grunderwerbsteuerbescheid einlegen und das Ruhen des Verfahrens beantragen. Nur so profitierten Bauherren von einem möglichen positiven Ausgang des Verfahrens und erhielten Steuern erstattet.

 

Erfolg vor dem niedersächsischen Finanzgericht

Im zu entscheidenden Fall hatte ein Ehepaar ein unbebautes Grundstück erworben und einige Wochen später mit einem Bauunternehmen einen Bauvertrag über die Errichtung eines Doppelhauses abgeschlossen. Das Finanzamt hatte dabei die Grunderwerbsteuer nicht nur auf den Kaufpreis für das unbebaute Grundstück erhoben, sondern ging von einem einheitlichen Vertragswerk aus und unterwarf zusätzlich den Wert der Bauleistung der Grunderwerbsteuer. Nach erfolglosem Einspruch erhob das Ehepaar Klage vor dem Niedersächsischen Finanzgericht und bekam Recht (Az. 7 K 192/09 und 7 K 193/09).

 

Verschiedene Leistungsgegenstände

Das Gericht sah in dem Erwerb des Grundstücks und dem späteren Abschluss des Bauerrichtungsvertrages zwei unterschiedliche Vorgänge. Die Verträge seien an verschiedenen Tagen in verschiedenen Urkunden und darüber hinaus auch von verschiedenen Vertragspartnern über verschiedene Leistungsgegenstände geschlossen worden. Daher falle Grunderwerbsteuer nur für den Grundstückserwerb an.


Schlagworte zum Thema:  Grunderwerbsteuer, Bundesfinanzhof (BFH), Immobilien, Immobilienerwerb

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