17.01.2014 | Aufseher rudern zurück

Punktsieg für die Banken-Lobby

Die Deutsche Bank ist einer der Profiteure der entschärften Bankregeln.
Bild: Deutsche Bank AG

Die Lobbyarbeit hinter verschlossenen Türen hat sich für die großen Investmentbanken in Europa gelohnt: Beim Ringen um strengere Regeln für Kreditinstitute ruderten die Aufseher bei der geplanten Verschuldungsquote zurück.

So sollen Europas Banken Papiere zur Absicherung von Zins- und Währungsrisiken (Derivate) wie etwa Aktienoptionen mit deutlich weniger Eigenkapital absichern müssen als bislang geplant, wie der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht mitteilte. Hauptprofiteure sind große Institute wie die britische Barclays oder die Deutsche Bank. Am Aktienmarkt wurde die Entscheidung bejubelt.

Etappensieg für DB-Chef Fitschen

Da die Deutsche Bank viele Derivate in der Bilanz hat, fällt bei ihr der Unterschied zwischen den bisherigen Plänen und den neuen Vorschlägen besonders groß aus. Die Aktien des deutschen Branchenprimus legten knapp vier Prozent zu und waren so teuer wie seit fast einem Jahr nicht mehr. Hierzulande hatte vor allem Deutsche-Bank-Chef Jürgen Fitschen, der auch dem Bankenverband BdB vorsteht, die Verschuldungsquote kritisiert. Verhindern konnte er sie nicht, aber wohl so abmildern, dass sein Haus keinen Nachteil im Vergleich zu US-Banken wie Goldman Sachs hat. In den USA dürfen Banken Derivate anders bilanzieren und hätten bei den bisher geplanten Regeln Vorteile gehabt.

 

Schlagworte zum Thema:  Derivat, Verschuldungsgrad, Eigenkapital, Bankenaufsicht, Deutsche Bank

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