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Anlagebedarf im Mittelstand steigt

Aufgrund des wirtschaftlichen Aufschwungs hat sich der Finanzanlagebedarf der mittelständischen Unternehmen seit dem Jahr 2009 deutlich erhöht. Wie aus einer Studie der Fachhochschule des Mittelstands (FHM) in Bielefeld im Auftrag der Commerzbank hervorgeht, haben rund 60 Prozent der befragten 1.300 Unternehmen im Jahr 2012 einen gestiegenen Bedarf an Finanzanlagen. Im Durchschnitt wollen die Unternehmen rund 1,2 Millionen Euro anlegen.

Nach Ausbruch der Finanzmarktkrise im Jahr 2009 hatten hingegen nur 52 Prozent der befragten Unternehmen einen durchschnittlichen Anlagebedarf von rund 100.000 Euro. Damit hat sich das Anlagevolumen binnen zwei Jahren mehr als verzehnfacht. Die Studie mit dem Titel „Finanzanlageverhalten und Finanzanlagebedürfnis mittelständischer Unternehmen“ legt offen, dass der Anlagebedarf der Unternehmen maßgeblich von der wirtschaftlichen Entwicklung abhängt. Es handelt sich dabei nicht nur um kurzfristige Anlagen, vielmehr nennen 18 Prozent der mittelständischen Unternehmen einen Anlagehorizont von mehr als einem Jahr, acht Prozent sogar von mehr als fünf Jahren.

Mit einer Note von 1,28 auf einer Rangskala von 1 (sehr wichtig) bis 6 (unwichtig) steht dieSicherheit der Anlageform für die Unternehmen eindeutig an erster Stelle. Das gilt sowohl für die Sicherheit durch den Staat als auch durch den Emittenten. Darauf folgen mit jeweils einer Note von 1,63 der Wunsch nach einer adäquaten Verzinsung der Finanzanlagen sowie einer leichten Verständlichkeit der Produkte.

Für ihr angelegtes Geld erwarten die Unternehmen im Durchschnitt eine Mindestverzinsung von 2,6 Prozent. Im Vergleich zu den Jahren 2009 (5,24 Prozent) und 2007 (5,88 Prozent) ist die Renditeerwartung damit deutlich gesunken, aber gemessen am aktuellen Zinsniveau eher hoch.

Die Zugehörigkeit der Banken zu einem Einlagensicherungsfonds wird von rund drei Viertel der Befragten als wichtig angesehen, für rund ein Viertel ist sie unwichtig. Der für die Studie verantwortliche Leiter der FHM, Professor Dr. Volker Wittberg, zieht in seinem Fazit Parallelen zur Kreditnachfrage der Unternehmen: „Genauso wie sich die Kreditnachfrage im Zuge der wirtschaftlichen Entwicklung verändert, gilt das mit umgekehrtem Vorzeichen für den Anlagebedarf.“

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