04.02.2014 | Trotz Verlängerung

78 Prozent der Firmen hat auf SEPA umgestellt

Deutschland hinkt bei der SEPA-Umstellung hinterher.
Bild: Haufe Online Redaktion

Seit dem 1. Februar gilt eigentlich das einheitliche europäische Zahlungsverfahren SEPA. Und 78 Prozent der deutschen Unternehmen wickelt seine Geldtransfers auch bereits nach dem neuen Verfahren ab. Für alle anderen Firmen und Verbände gilt nun noch ein Aufschub bis zum 1. August 2014, hat die EU beschlossen.

Denn die EU hat aus Sorge vor einem Zahlungschaos eine Fristverlängerung bis zum 1. August durchgesetzt. "Ab dem 1. Februar gilt der SEPA-Zahlungsverkehr - alle anderen Zahlungsvorgänge sind dann Ausnahmen, die die Bank abwickeln kann, aber nicht notwendigerweise muss", betonte der Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes, Michael Kemmer.

EZB appelliert an Firmen und Vereine

Wie Bundesbank, Bundesregierung und Europäische Zentralbank (EZB) appellierte Kemmer an Unternehmen und Vereine, die Umstellung auf SEPA voranzutreiben: "Trotz der zusätzlichen Übergangsfrist sollten alle, die den Stichtag 1. Februar 2014 nicht schaffen, jetzt alle Hebel in Bewegung setzen, umso schnell wie möglich SEPA-fit zu werden." Tatsächlich nutzen die meisten Unternehmen und Vereine in Deutschland für ihre Überweisungen und Lastschriften bereits das europäische Format mit der internationalen Kontonummer IBAN. Bei einer Umfrage der Postbank und des  Meinungsforschungsinstituts YouGov gaben kürzlich 78 Prozent der mittelständischen Unternehmen an, von Februar an alle Geldtransfers mit den langen Kontonummern abzuwickeln, weitere 14 Prozent wollten dies nur bei Überweisungen tun, 5 Prozent nur bei Lastschriften. Für Verbraucher gilt eine längere Frist bis Februar 2016.

33 Länder im SEPA-Raum

Die EU-Kommission hatte die Fristverlängerung bis 1. August im Januar vorgeschlagen. Der EU-Ministerrat hat dem zugestimmt. Daraufhin hatte EZB-Präsident Mario Draghi alle Beteiligten aufgefordert, die Umstellung trotzdem schnell abzuschließen. "Wir glauben, dass vor allem die Verbraucher davon profitieren würden." SEPA steht für "Single Euro Payments Area" - einen einheitlichen Zahlungsraum in Euro. Überweisungen, Lastschriften und Kartenzahlungen werden standardisiert und gleich abgewickelt - egal ob sie ins In- oder Ausland gehen. Zur SEPA-Umstellung gehören auch die internationalen Kontonummern IBAN. Der SEPA-Raum umfasst insgesamt 33 Länder, darunter die 28 EU-Staaten.

Deutschland hinkt hinterher

Nach den aktuellsten Zahlen der Bundesbank waren im Dezember 2013 von allen in Deutschland aufgegebenen Überweisungen 45 Prozent im SEPA-Format nach 32 Prozent im November. Bei allen in Deutschland eingereichten Lastschriften war der Anteil der SEPA-Lastschriften mit knapp 18 Prozent (November 2013: 10 Prozent) aber weiterhin niedrig. Damit hinkte Deutschland hinterher: Europaweit wurden Ende Dezember nach EZB-Angaben 74 Prozent aller Geldüberweisungen und 41 Prozent aller Einzugsermächtigungen im SEPA-Format abgewickelt. Besonders weit sind Finnland, die Slowakei, Slowenien und Luxemburg.

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Schlagworte zum Thema:  SEPA-Überweisung, SEPA-Firmenlastschriften, SEPA-Basislastschriften, SEPA

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