03.01.2014 | Zuwanderung

Blue Card für qualifizierte Ausländer ist ein Flop

Die deutsche Wirtschaft braucht Zuwanderer.
Bild: Haufe Online Redaktion

Ingenieure, Informatiker und Ärzte sollte sie anlocken: die erst im Jahr 2012 eingeführte Blue Card für Fachkräfte aus Nicht-EU-Ländern. Doch die Resonanz war nicht groß: Gerade einmal 7.000 Mal wurde die Blue Card bislang beantragt, wovon 4.000 Antragsteller sowieso schon im Land waren.

Um die Zuwanderung qualifizierter Arbeitskräfte aus Nicht-EU-Ländern zu fördern, war im Juli 2012 die Blue Card eingeführt worden - doch das Interesse an einer Beschäftigung in Deutschland hält sich in engen Grenzen. Nur etwa 7.000 Menschen haben seither mit einer Blue Card eine Stelle angetreten, wie der Chef der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-Jürgen Weise, der Nachrichtenagentur dpa sagte.

Weise: Gehaltsgrenze langsam heruntersetzen

"4.000 davon waren aber vorher schon hier." Weise hält es deshalb für sinnvoll, manche der hohen Anforderungen für den Erhalt einer Blue Card schrittweise zu lockern.  "Es gibt ein paar Hürden, wo man sagt, die sollen bestehen bleiben. Aber scheinbar spricht nichts dagegen, die Gehaltsgrenze langsam runterzusetzen", erläuterte der BA-Chef. An die ideale Einstiegshöhe müsse man sich "herantasten". Derzeit müssen Bewerber ein Bruttojahresgehalt von mindestens 46.400 Euro nachweisen, in besonders nachgefragten Mangelberufen reichen knapp 36.200 Euro aus.

Zuwanderung von Fachkräften unumgänglich

Gegen die zu schnelle Einführung niedriger Eintrittshürden spricht aus Weises Sicht die noch immer große Zahl qualifizierter Arbeitsloser in Deutschland. Bei ihnen sei häufig nicht die Ausbildung das Problem, sondern die mangelnde Bereitschaft zum Umzug in Regionen mit einem besseren Arbeitsplatzangebot.   Generell jedoch sei die Zuwanderung ausländischer Fachkräfte für Deutschland unumgänglich. Selbst die starke Zuwanderung im Jahr 2013 reiche nicht aus, um die in den kommenden Jahren sinkende Zahl inländischer Arbeitskräfte auszugleichen. Zudem gelte: Mit der Besetzung von qualifizierten Arbeitsplätzen mit Zuwanderern entstünden oft auch neue Jobs für weniger qualifizierte Arbeitslose.

Grundsicherung muss überprüft werden

Problematisch sei das noch nicht rechtskräftige Urteil des Landessozialgerichts Nordrhein-Westfalen, wonach EU-Bürgern ohne Arbeit, die sich schon länger in Deutschland aufhalten, Hartz-IV-Leistungen zustehen. Viele weniger gut ausgebildete Menschen aus ärmeren EU-Ländern könnte es dadurch nach Deutschland ziehen, sagte Weise. "Würde sich dies bewahrheiten, ist das System der Grundsicherung in Gefahr und müsste von der Politik überprüft werden."

 

Schlagworte zum Thema:  Arbeitserlaubnis, Fachkräftemangel, Blue Card, Zuwanderung, Mitarbeiter, Bundesagentur für Arbeit

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