| Recht & Personal

Zeitarbeitsverband fordert Neuausrichtung der Branche

In Zeiten sinkender Arbeitslosigkeit müssen sich die deutschen Zeitarbeitsunternehmen nach Ansicht des Branchenverbandes IGZ neu ausrichten. "Wenn die Arbeitsmarktzahlen sich so positiv entwickeln, also immer weniger Arbeitslose da sind, hat die Zeitarbeit ein Stück weit ein Rekrutierungsproblem", sagte Hauptgeschäftsführer Werner Stolz am Rande des IGZ-Landeskongresses Bayern in Regensburg.

Fast 60 Prozent der derzeitigen Zeitarbeiter seien zuvor arbeitslos gewesen. Zeitarbeitsfirmen müssten sich künftig stärker um Menschen kümmern, die zwar Arbeit hätten, mit dieser aber unzufrieden seien. Dies könne etwa über Fortbildungen gelingen.

Stammpersonal aufstocken

Trotz sinkender Arbeitslosigkeit rechnet Stolz im kommenden Jahr mit einem Zuwachs an Zeitarbeitern. Bei Unsicherheit, wie sich die Konjunktur entwickeln werde, setzten viele Unternehmen eher Zeitarbeiter ein als das eigene Stammpersonal aufzustocken. Er rechnete damit, dass es 2012 im Schnitt etwa 100.000 Zeitarbeiter mehr geben werde als derzeit. Nach seinen Angaben sind es zurzeit etwa 850.000.

Kritik an befristeten Verträgen

Am Vortag hatte IG-Metall-Chef Berthold Huber einen Trend in den Unternehmen zu immer mehr befristeten Verträgen und Leiharbeit scharf kritisiert. Damit fahren die Firmen Huber zufolge oft ein Sparprogramm und dünnen die Stammbelegschaft aus.

Verband plant Selbstverpflichtung

Um das Image der Zeitarbeitsbranche aufzubessern, plane der Verband einen Ethik-Kodex als Selbstverpflichtung für seine Mitgliedsbetriebe, sagte IGZ-Hauptgeschäftsführer Stolz. "Wer zuwiderhandelt, muss mit einem Ausschluss rechnen." Er räumte ein: "Es gibt auch schwarze Schafe, die muss man isolieren."

Das Kürzel IGZ steht für Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen, ist aber nicht die einzige Vertretung der Branche.

Aktuell

Meistgelesen