19.10.2012 | Wegen Kopftuch

Muslima bekommt AGG-Entschädigung

Das Tragen des Kopftuchs ist bei Muslima ein Ausdruck der Religionsfreiheit, entschied das Berliner Arbeitsgericht.
Bild: Clarissa Schwarz ⁄

In Berlin ist eine junge Frau gerichtlich gegen ihre Ablehnung als Auszubildende wegen Kopftuchtragens vorgegangen.

Vor dem Arbeitsgericht erstritt sie einen Schadenersatz von knapp 1.500 Euro, die Stelle in einer Zahnarztpraxis bekam sie aber trotzdem nicht, wie aus dem Arbeitsgericht der Hauptstadt bekannt wurde (Aktenzeichen 55 Ca 2426/12). Das Gericht wertete nach Angaben einer Sprecherin das Tragen des Kopftuchs als Ausdruck der Religionsfreiheit. Die Klägerin hatte sich in der Praxis für eine Ausbildung beworben. Sie war aber laut Gericht nicht berücksichtigt worden, weil sie es ablehnte, das Kopftuch vorübergehend abzunehmen. Das Urteil fiel in der ersten Instanz, eine Berufung lag nicht vor. Der Türkische Bund Berlin-Brandenburg teilte mit, das Gericht habe eine Diskriminierung nach dem Allgemeinen Gleichstellungsgesetz festgestellt. Anwältin Maryam Haschemi Yekani sprach laut Mitteilung von einem wichtigen Urteil. Damit werde die individuelle Glaubensüberzeugung von Menschen vor Diskriminierung geschützt. Zugleich sei festgestellt worden, dass ein Kopftuch auch in medizinischen Berufen mit der Kleiderordnung vereinbar sei.

 

Schlagworte zum Thema:  Arbeitsgericht, Religionsfreiheit , Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG)

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