07.12.2012 | Vorsichtsmaßnahme

Kurzarbeitergeld auf zwölf Monate verlängert

Die Bundesregierung verlängert das Kurzarbeitergeld auf zwölf Monate.
Bild: Haufe Online Redaktion

Die Bundesregierung greift zu einer Vorsichtsmaßnahme und stellt die Weichen für eine Verlängerung des Kurzarbeitergeldes auf zwölf Monate. Der Start ist jedoch noch offen.

Eine Sprecherin des Bundesarbeitsministeriums (BMAS) sagte in Berlin, dass das Kurzarbeitergeld von sechs auf zwölf Monate verlängert werde. Die entsprechende Verordnung liege unterschriftsreif bei Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen vor. Dem Vernehmen nach verständigte sich von der Leyen Anfang der Woche mit Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) über den Schritt. Die Regelungen können nach Unterzeichnung zeitnah in Kraft treten.

Ausweitung gibt Unternehmen Sicherheit

Die wirtschaftlichen Rahmendaten seien zwar "noch gut". Man wolle den Unternehmen aber Planungssicherheit geben, erklärte die BMAS-Sprecherin. Das Bundeswirtschaftsministerium will den Unternehmen damit ein weiteres Instrument an die Hand geben, um auf eine möglichen Verschlechterung der konjunkturellen Lage schnell reagieren zu können.

Aktuelle Zahlen zur Kurzarbeit

Zuletzt war die Zahl der Kurzarbeiter auf 58.000 leicht gestiegen. Sie lag damit auf dem Niveau von Juli 2012. Zudem lagen der Bundesagentur für Arbeit (BA) Ende November 2012 Unternehmensanfragen nach Kurzarbeit für 45.000 Beschäftigte vor. Nach Angaben der BA dauert die Kurzarbeit zurzeit in den meisten Fällen nur wenige Monate.

Drängen der Arbeitgeber wurde nachgegeben

Opposition, Arbeitgeber und Gewerkschaften hatten sich mit Blick auf die eingetrübten Konjunkturaussichten schon längere Zeit für eine Neuauflage der früheren Regelung stark gemacht, die Kurzarbeit bis zu einem Jahr ermöglicht hatte. Während der Wirtschaftskrise 2008/2009 erfolgte vorübergehend sogar eine Verlängerung auf 24 Monate.

Hintergrund

Konjunkturelle Kurzarbeit ist ein arbeitsmarktpolitisches Instrument, um Entlassungen in Krisenzeiten zu vermeiden. Damit sollen Auftragsflauten überbrückt werden. Unternehmen werden damit von Lohnkosten entlastet. Die betroffenen Beschäftigten erhalten weiterhin Entgelt vom Arbeitgeber, aber nur für die tatsächlich geleistete Arbeitszeit. Das ausgefallene Netto-Entgelt wird von der BA durch das Kurzarbeitergeld teilweise ausgeglichen. Es beträgt 60 Prozent bei Kinderlosen und 67 Prozent bei Beschäftigten mit mindestens einem Kind.

Schlagworte zum Thema:  Kurzarbeit, Kurzarbeitergeld

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