| Vorsicht AGG

Kein Job wegen Kinderbetreuung?

Bewerberinnen dürfen nicht wegen eines Kindes abgelehnt werden.
Bild: Haufe Online Redaktion

Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz verbietet die Diskriminierung zum Beispiel von Frauen oder Müttern. Das gilt etwa für Bewerbungsverfahren: Bekommt eine Frau eine Stelle nicht, weil sie ein schulpflichtiges Kind hat, kann sie dagegen vorgehen.

Bekommen Jobsuchende eine Stelle nur deshalb nicht, weil sie ein schulpflichtiges Kind haben, ist das unzulässig. Es liegt ein Verstoß gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) vor - Bewerbern steht dann eine Entschädigungszahlung zu. Das hat das Landesarbeitsgericht Hamm entschieden (Az.: 11 Sa 335/13).  In dem verhandelten Fall bewarb sich eine Frau bei einem Radiosender als Buchhalterin. Sie bekam eine Absage. Mit dem Schreiben kamen auch ihre Bewerbungsunterlagen zurück. Im Lebenslauf war neben ihrer Angabe "verheiratet, ein Kind" handschriftlich ergänzt, dass das Kind sieben Jahre alt ist. Diese Angabe war unterstrichen worden. Die Bewerberin sah darin eine Diskriminierung ihres Geschlechts - und erhob Klage.

Bundesarbeitsgericht entscheidet

Mit Erfolg. Das Landesarbeitsgericht sprach der Frau in zweiter Instanz 3000 Euro Entschädigung zu. Die Richter sahen in der Ablehnung eine mittelbare Diskriminierung wegen ihres Geschlechts. Da nach wie vor Frauen die Kinderbetreuung häufiger übernehmen als Männer, sei die Frau mittelbar wegen ihres Geschlechts benachteiligt worden. Der handschriftliche Vermerk auf dem Lebenslauf lege nahe, dass die Bewerberin auch deshalb abgelehnt wurde, weil sie ein siebenjähriges Kind betreuen muss. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig - in nächster Instanz entscheidet das Bundesarbeitsgericht.

Schlagworte zum Thema:  Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG), Kinderbetreuung, Diskriminierung, Urteil

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