In manchen Jobs brauchen Beschäftigte eine Haftpflichtversicherung. Mitunter übernimmt der Chef dafür sogar die Kosten. Doch Vorsicht: Unter Umständen zählt gilt das als steuerpflichtiger Lohn.  

Mancher Arbeitgeber übernimmt für seine Beschäftigten bestimmte Versicherungskosten. Hier stellt sich immer wieder die Frage: Ist das Arbeitslohn oder nicht? Nicht unbedingt, wie aus einem Urteil des Bundesfinanzhofes (BFH) hervorgeht, auf das der Bundesverband der Lohnsteuerhilfevereine (BDL) aufmerksam macht. Die Richter befanden, dass die eigene Berufshaftpflichtversicherung einer Rechtsanwalts-GmbH nicht als Lohn der angestellten Anwälten anzurechnen ist (Az.: VI R 74/14).

Vorsicht bei Versicherungspflicht

"Die Rechtsanwalts-GmbH wendet dadurch weder Geld noch einen geldwerten Vorteil in Form des Versicherungsschutzes zu", erläutert BDL-Geschäftsführer Erich Nöll. Diese Versicherung deckt allein die Risiken aus der Führung von Mandaten der GmbH ab und vermittelt daher den angestellten Rechtsanwälten keine Vorteile, die als Arbeitslohn zu qualifizieren sind. Anders sieht es jedoch aus, wenn Arbeitgeber die Beiträge der Angestellten zu ihrer eigenen Berufshaftpflichtversicherung übernehmen, warnt Nöll. Hier entschied der BFH: Ist ein Beschäftigter zum Abschluss der eigenen Versicherung verpflichtet, besteht deshalb kein überwiegend eigenbetriebliches Interesse des Arbeitgebers. Daher liegt hier steuerpflichtiger Arbeitslohn vor (Az.: VI R 64/06).

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