29.06.2012 | Vätermonate

Jeder vierte Vater beantragt Elterngeld

Jeder vierte Vater bezieht Elterngeld.
Bild: Haufe Online Redaktion

Als "Wickelvolontariat" wurden die Vätermonate beim Elterngeld einst verspottet. Doch die Statistik zeigt: Immer mehr Väter klinken sich für mindestens zwei Monate aus dem Beruf aus, um sich um ihr Kleinkind zu kümmern.

Für mehr als jedes vierte Kind nimmt inzwischen auch der Vater Elterngeld in Anspruch. Die große Mehrzahl der Väter (76 Prozent) belässt es allerdings bei zwei Monaten, berichtete das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Berlin. Nur knapp jeder fünfzehnte Vater (sechs Prozent) nahm die Leistung für ein Jahr in Anspruch. Seit Einführung des Elterngeldes vor fünf Jahren ist der Anteil der Väter, die sich für die Betreuung ihres Kleinkindes einige Monate aus dem Beruf ausklinken, von 18 Prozent (2007) kontinuierlich auf 25,3 Prozent (2010) gestiegen.

Erwerbstätigkeit der Frau spielt große Rolle 

Am häufigsten nehmen Väter in Bayern mit 32,9 Prozent Elterngeld in Anspruch, gefolgt von Sachsen (32,7) und Berlin (31,2). Am wenigsten machen Väter im Saarland (15,3) und in Bremen (18,6) von der Sozialleistung Gebrauch. Auch in Nordrhein-Westfalen ist mit 19,2 Prozent die Nutzung der Vätermonate beim Elterngeld unterdurchschnittlich. Gründe für die erheblichen regionalen Unterschiede ließen sich aus der Statistik nicht entnehmen, sagte der Präsident des Bundesamtes, Roderich Egeler. Allerdings spielt bei der Frage, ob nur die Mutter oder beide Elternteile die staatliche Lohnersatzleistung in Anspruch nehmen, der Beruf der Frau in den zwölf Monaten vor der Geburt eine erhebliche Rolle. "Wenn Frauen einer Erwerbstätigkeit nachgehen und Nachwuchs bekommen, dann steigt die Wahrscheinlichkeit, dass auch der Vater eine Babyzeit nimmt, in der er Elterngeld bezieht", sagte Egeler.

32 Prozent Partneranträge 

So wurden bei den 392.000 vor der Geburt des Kindes erwerbstätigen Müttern mehr als 125.000 Partneranträge gestellt. Das entspricht einem Anteil von 32 Prozent. Bei den zuvor nicht erwerbstätigen Müttern lag der Anteil der Partneranträge lediglich bei zwölf Prozent. Ein Elternteil kann Elterngeld für mindestens zwei und maximal zwölf Monate beziehen. Hinzu kommen zwei weitere Monate (Partnermonate), wenn Paare sich die Elternzeit teilen. Unter den insgesamt rund 810.000 Müttern und Vätern mit Elterngeldbezug gab es fast 499.000 Einzelanträge und 311.000 Personen mit einem Paarbezug. Es gab also gut 155.000 Paare, bei denen sowohl die Mutter als auch der Vater Elterngeld bezog. Fast zwei Drittel der Paare (65 Prozent) haben das Elterngeld für einen kurzen Zeitraum zeitgleich bezogen, und zwar für durchschnittlich zwei Monate.

Schlagworte zum Thema:  Elterngeld, Elternzeit

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