| Urteil

Zeitarbeiter sind beim Kündigungsschutz gleichgestellt

Zeitarbeit wird bei der Übernahme nicht angerechnet.
Bild: Michael Bamberger

Arbeitnehmer müssen sechs Monate in einem Betrieb beschäftigt sein, damit der Kündigungsschutz greift. Nichts anderes gilt für Zeitarbeiter, die vom Entleiherbetrieb übernommen werden.

Den Zeitraum, in dem sie als Leiharbeiter in dem Betrieb beschäftigt waren, können sie sich nicht auf die Wartezeit, bis das Kündigungsschutzgesetz greift, anrechnen lassen. Das hat das Landesarbeitsgericht Niedersachsen entschieden (Az.: 12 Sa 50/13). Auf das Urteil weist der Deutsche Industrie- und Handelskammertag hin.

Zeitarbeit sollte angerechnet werden 

In dem verhandelten Fall wehrte sich ein Arbeitnehmer gegen seine Kündigung. Der Beschäftigte wurde vor Ablauf seiner sechsmonatigen Probezeit mit einmonatiger Kündigungsfrist entlassen. Der Mitarbeiter machte nun geltend, die Kündigung sei nicht sozial gerechtfertigt und verstoße gegen das Kündigungsschutzgesetz. Das Kündigungsschutzgesetz sei auf ihn anwendbar. Zwar seien seit seiner Übernahme noch keine sechs Monate vergangen. Doch die Zeit, die er vorher im Betrieb als Zeitarbeiter tätig war, sei anzurechnen.

Arbeitsverhältnis muss mit demselben Betrieb bestanden haben 

Die Richter Lehnten diese Argumentation ab. Sie hielten die Kündigung für zulässig. Die vorherige Beschäftigung als Zeitarbeiter sei nicht anzurechnen. Das lege bereits der Wortlaut des Kündigungsschutzgesetzes nahe. Danach muss das Arbeitsverhältnis in demselben Betrieb bestanden haben, damit das Gesetz angewendet werden kann. Das sei hier jedoch nicht der Fall, weil der Mann erst für ein Zeitarbeitsunternehmen gearbeitet habe und dann zum Entleiherbetrieb gewechselt sei.

 

Schlagworte zum Thema:  Zeitarbeit, Leiharbeit, Kündigungsschutz, Übernahme

Aktuell

Meistgelesen