| BAG -Urteil

Lehrlingslohn maximal 20 Prozent unter Tarif

Auch Azubis haben ein Anrecht auf angemessene Vergütung.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Die Vergütung eines Lehrlings darf das jeweilige Tarifniveau der Branche in der Regel nicht um mehr als 20 Prozent unterschreiten. Sonst sei sie nicht mehr angemessen, urteilte das Bundesarbeitsgericht in Erfurt.

Die obersten deutschen Arbeitsrichter bestätigten damit ihr bisherige Linie zur Untergrenze bei Ausbildungsvergütungen. Geklagt hatte ein Mann aus Bayern, der sich von 2008 bis 2012 zum Industriemechaniker ausbilden ließ. Sein Lehrgeld betrug nur etwa die Hälfte des Tarifs der bayerischen Metall- und Elektroindustrie. Die Erfurter Richter folgten den Vorinstanzen und sprachen ihm eine Nachzahlung von mehr als 21.000 Euro zu. Auch für nicht tarifgebundene Betriebe sind die einschlägigen Tarifverträge wichtigster Orientierungspunkt dafür, ob das Lehrgeld angemessen ist oder nicht, wie es hieß. Unter bestimmten Bedingungen kann allerdings davon abgewichen werden. Allein der Status der Gemeinnützigkeit - wie bei dem beklagten Ausbildungsträger - reiche dafür aber nicht, erklärte der Neunte Senat. Erst im März hatte er auch für öffentlich geförderte Ausbildungen einen Untergrenze bei der Vergütung eingezogen. Als angemessen im Sinne des Berufsbildungsgesetzes wurden damals zwei Drittel des Bafög-Satzes angesehen.

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