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Urteil: Flugpreise im Internet müssen alle Gebühren enthalten

In einem Rechtsstreit um unzureichende Angaben von Ticketpreisen im Internet haben Verbraucherschützer jetzt vor dem Kammergericht Berlin einen Erfolg erzielen können. Fluggesellschaften sind demnach verpflichtet, auf ihren Internetseiten den korrekten Endpreis für ihre Tickets anzugeben.

Nach zwei jetzt veröffentlichten Urteilen des Berliner Kammergerichts (Az.: 16 O 27/09 und 15 O 160/09) müssen in den Preisangaben dabei auch alle Gebühren und obligatorischen Zusatzkosten enthalten sein. Nicht ausreichend ist es nach Ansicht der Richter dagegen, wenn diese zusätzlichen Kosten erst während des Buchungsvorgangs ersichtlich würden.

Klage gegen Air Berlin und Ryanair

Geklagt vor dem Kammergericht Berlin hatte der Verbraucherzentrale Bundesverband, der den beiden Fluggesellschaften Air Berlin und Ryanair Werbung mit irreführenden Flugpreisen vorwarf. So seien Kunden von Air Berlin in einer Buchungsmaske Preise zu ausgewählten Flügen angezeigt worden, die deutlich unter den tatsächlich berechneten Preisen lagen. In der Übersicht fehlten etwa Steuern und Flughafengebühren sowie Kerosinzuschläge. Auch die Bearbeitungsgebühren von zehn beziehungswewise 15 Euro für Zahlung per Lastschrift oder Kreditkarte seien hier nicht angezeigt worden. Statt des angegeben Preises von 41 Euro hätten Kunden letztlich 74 Euro zahlen müssen.

Bei Ryanair gab ebenfalls die Nichtberücksichtigung einer Bearbeitungsgebühr von fünf Euro den Anlass zur Klage, über die die Kunden erst während der Online-Buchung im dritten Buchungsschritt unterrichtet wurden.

Urteile noch nicht rechtskräftig

Nach Ansicht der Berliner Richter verstoßen die Fluggesellschaften damit gegen eine EU-Verordnung aus dem Jahr 2008, die eine Angabe der Flugpreise unter Berücksichtigung sämtlicher obligatorischer Kosten (Steuern, Gebühren, Zuschläge und sonstige Entgelte) vorschreibt.

Die beiden Urteile sind noch nicht rechtskräftig.

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