21.01.2013 | Urteil

Auch Vertretung muss Schwangerschaft nicht offenbaren

Schwangere müssen sich im Vorstellungsgespräch nicht offenbaren.
Bild: Haufe Online Redaktion

In einem Vorstellungsgespräch müssen Frauen dem Arbeitgeber nicht sagen, dass sie schwanger sind. Das gilt auch dann, wenn sie sich als Schwangere auf eine Schwangerschaftsvertretung bewerben.

Über diese Konstellation hatte das Landesarbeitsgericht Köln zu entscheiden. Auf das Urteil (Az: 6 Sa 641/12) weist der Deutsche Anwaltverein hin. In dem Fall hatte sich eine Rechsanwaltsfachangestellte auf eine Schwangerschaftsvertretung beworben. Der Arbeitsvertrag war vom 5. Oktober 2011 bis zum 31. Januar 2013 befristet. Im November 2011 informierte die Klägerin dann den Arbeitgeber über ihre Schwangerschaft. Der errechnete Geburtstermin war der Mai 2012. Daraufhin löste der Arbeitgeber den Arbeitsvertrag auf. Sein Argument: arglistige Täuschung. Daraufhin klagte die Frau vor Gericht.

Keine arglistige Täuschung 

Die Richter gaben der Frau Recht: Eine arglistige Täuschung liege nicht vor. Die Frage nach einer Schwangerschaft sei eine unmittelbare Benachteiligung wegen des Geschlechts nach dem Allgemeinen Gleichstellungsgesetz. Eine schwangere Frau müsse deshalb weder von sich aus eine bestehende Schwangerschaft offenbaren - noch müsse sie auf eine entsprechende Frage im Vorstellungsgespräch antworten. Das gilt selbst dann, wenn nur ein befristeter Arbeitsvertrag abgeschlossen werden soll und die Bewerberin während eines wesentlichen Teils der Vertragszeit nicht arbeiten kann.

Schlagworte zum Thema:  Schwangerschaft, Vorstellungsgespräch, Urteil, Vertretung

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