31.07.2012 | Techniker-Krankenkasse

Wiedereingliederung wird zu wenig genutzt

Im Gespräch mit dem Arzt wird festgelegt, wie viele Stunden der Patient während der Wiedereingliederung arbeiten darf.
Bild: Haufe Online Redaktion

Der Anteil der Langzeitkranken, die die Möglichkeit einer stufenweisen Rückkehr in den Job nutzen, ist bundesweit niedrig. So liegt er nach Angaben der Techniker Krankenkasse (TK) im Südwesten mit nur 19 Prozent am höchsten.

Das waren rund 3.000 Menschen, wie die Kasse in Hamburg mitteilte. Bundesweit seien im vergangenen Jahr nur 27.000 oder 15 Prozent jener TK-Versicherten, die länger als sechs Wochen krankgeschrieben waren, Schritt für Schritt ins Berufsleben zurückgekehrt. In Berlin lag die Quote dabei den Angaben zufolge mit neun Prozent oder 1.500 Patienten am niedrigsten.

Fließender Übergang 

"Der Übergang von krank zu gesund ist fließend. Deshalb würden wir uns wünschen, dass noch mehr Langzeitpatienten diese Chance nutzen würden, um die eigene Belastungsfähigkeit zu testen", erklärte die TK-Krankengeld-Expertin Inken Holldorf. Der behandelnde Arzt erstelle dabei mit dem Patienten einen Plan, der genau festlegt, über welchen Zeitraum er wie viele Stunden arbeiten kann. Dieser Plan werde Arbeitgeber und Krankenkasse vorgelegt und wenn nötig angepasst.

Auch für Reha-Patienten 

"Zunächst arbeitet der Mitarbeiter nur wenige Stunden täglich. In den folgenden vier bis acht Wochen wird das Pensum bis zur vollen Arbeitszeit gesteigert", sagte Holldorf. Während dieser Zeit gelte der Patient weiter als arbeitsunfähig, bekomme in der Regel weiter Krankengeld. Eine stufenweise Wiedereingliederung sei auch für jene Patienten möglich, die auf Kosten der Rentenversicherung eine ambulante oder stationäre Rehabilitation gemacht haben.

Fünf Prozent Langzeitkranke 

Nach Angaben des TK-Gesundheitsreports machten Langzeitkranke, die etwa unter Krebs oder Depressionen leiden, im vergangenen Jahr zwar nur etwa fünf Prozent der rund 3,9 Millionen Arbeitsunfähigkeitsfälle aus. Gleichwohl seien sie aber für fast die Hälfte der insgesamt 51 Millionen Fehltage verantwortlich gewesen. Sie erhalten in der Regel Krankengeld, das für dieselben Erkrankung für bis zu 78 Wochen innerhalb von drei Jahren gezahlt werde.

Schlagworte zum Thema:  Krankengeld, Krankenkasse, Krankenstand, Wiedereingliederung

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