03.02.2016 | Tarifverhandlungen

IG Metall mit moderaten Lohnforderungen

Die IG Metall hält sich mit ihren Forderungen zurück.
Bild: Haufe Online Redaktion

Die IG Metall wird in der anstehenden Tarifrunde für die deutsche Metall- und Elektroindustrie eine geringere Lohnsteigerung fordern als im Jahr zuvor. Nach den Regionen hat sich nun auch der Bundesvorstand der Gewerkschaft für eine Forderung zwischen 4,5 und 5 Prozent mehr Geld ausgesprochen.

Bei der vorangegangenen Tarifrunde hatte die IG Metall noch 5,5 Prozent und zusätzliche Arbeitszeitverkürzungen verlangt. Der neue IG-Metall-Chef Jörg Hofmann begründete in Frankfurt die noch nicht endgültige Zahl mit den etwas schlechteren Produktivitätsaussichten in diesem Jahr. Sollte sich die IG Metall Ende Februar erwartungsgemäß auf 5 Prozent festlegen, wäre dies die geringste Forderung in einer Tarifrunde seit 2006. Nur unmittelbar nach der Finanz- und Wirtschaftskrise hatte die Gewerkschaft für 2010 ganz auf eine konkrete Zahl verzichtet. Die Arbeitgeber hatten die Größenordnung schon im Vorfeld als "viel zu hoch" kritisiert. "Es ist die falsche Zeit für Höhenflüge", sagte Gesamtmetall-Chef Rainer Dulger im SWR. Aktuell befinde sich die Branche in einem Scheinaufschwung, der von externen Faktoren wie dem günstigen Euro-Kurs und dem niedrigen Ölpreis befeuert werde. Dies überdecke das Problem der zu hohen Arbeitskosten. Der aktuelle Tarifvertrag für rund 3,8 Millionen Beschäftigte läuft Ende März aus, Warnstreiks sind vom 29. April an möglich. Erstmals könnte die IG Metall eine neue Streiktaktik mit eintägigen Warnstreiks anwenden. Es sollen gezielt Betriebe mit einbezogen werden, die nicht tarifgebunden sind, kündigte Hofmann an. Im vergangenen Jahr hatten sich die Tarifparteien auf 3,4 Prozent mehr Geld bei einer auf 15 Monate verlängerten Laufzeit geeinigt.

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Schlagworte zum Thema:  Gewerkschaft, Lohnerhöhung, Tarifverhandlung

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