12.07.2011 | Recht & Personal

Täglich länger arbeiten wegen des Fachkräftemangels

Länger arbeiten nicht nur bis zur Rente, sondern auch pro Tag: Die Deutschen müssten nach Berechnungen des Forschungsinstituts zur Zukunft der Arbeit (IZA) langfristig gesehen jeden Tag eine Stunde mehr arbeiten, um ihren Wohlstand zu sichern.

"Ab 2013 verlieren wir alle drei Jahre eine Million Menschen im erwerbsfähigen Alter", sagte der IZA-Direktor für Arbeitsmarktpolitik, Hilmar Schneider, dem Nachrichtenmagazin "Focus". "Wenn wir weniger werden, müssen wir mehr schuften", verdeutlichte er.

Aktuell leben in Deutschland knapp 54 Millionen Menschen im erwerbsfähigen Alter zwischen 15 und 64 Jahren: "Selbst unter optimistischen Annahmen wird diese Zahl bis 2050 auf 42 Millionen sinken", erläuterte Schneider. Eine verstärkte Zuwanderung sowie die Rente mit 67 reichten nicht aus, den Mangel an Arbeitskräften auszugleichen. Deshalb müsse auch die Jahresarbeitszeit von aktuell 1419 Stunden pro Erwerbstätigem spürbar erhöht werden: "Im Schnitt müssen wir langfristig 300 Stunden im Jahr mehr arbeiten. Das ist gut eine Stunde mehr am Tag", rechnete der Bonner Experte vor.

"Die Arbeit, die heute 43 Millionen Menschen machen, müssen künftig 33 Millionen machen - für insgesamt das gleiche Geld. Damit bekommt natürlich jeder Einzelne, der mehr arbeitet, auch mehr ausgezahlt." Wichtig sei es vor allem, aus möglichst vielen Mini-Jobbern echte Vollzeit-Jobber zu machen. Auch die Erwerbsbeteiligung der Frauen müsse stärker steigen. Erforderlich sei auch mehr Zuwanderung. "Aber nichts bringt so viel wie eine Ausweitung der Arbeitszeit der erwerbsfähigen Menschen. Mit hundert Stunden mehr Arbeit im Jahr können wir den Verlust von sieben Millionen Arbeitskräften bis 2020 ausgleichen", bekräftigte Schneider.

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