17.07.2014 | Studie

Nur wenige Leiharbeiter profitieren von der Reform

Die wenigsten Leiharbeiter sind dauerhaft bei Unternehmen eingesetzt.
Bild: Michael Bamberger

Gut gemeint, aber nur für wenige profitabel: Von den Plänen im schwarz-roten Koalitionsvertrag  profitieren nur wenige Leiharbeiter, wie jetzt eine Studie zeigt. Denn viele von ihnen stehen bei Zeitarbeitsunternehmen nur sehr kurz unter Vertrag.

Von den Plänen der großen Koalition für eine Reform der Zeitarbeit würden nach Erkenntnissen von Arbeitsmarktforschern nur verhältnismäßig wenige Leiharbeiter profitieren. Nur jeder vierte von ihnen sei länger als neun Monate als Zeitarbeiter beschäftigt - lang genug also, um nach den Koalitionsplänen beim Einsatz in ein und demselben Unternehmen den gleichen Lohn wie die Stammbelegschaft zu erhalten. Das geht aus einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung hervor (IAB) hervor.

Leiharbeit endet im Schnitt nach drei Monaten

Für noch weniger Leiharbeiter brächte die von Union und SPD im Koalitionsvertrag vereinbarte Beschränkung von Leiharbeit auf maximal 18 Monate Vorteile. Denn nur jeder siebte Leiharbeiter sei im Jahr 2010 länger als eineinhalb Jahre an ein Unternehmen ausgeliehen gewesen, stellten die Nürnberger Arbeitsmarktforscher fest. 2012 waren nach IAB-Angaben 878.000 Männer und Frauen bei einem Leiharbeitsunternehmen beschäftigt. Nicht bestätigt sehen die Forscher Vermutungen, dass in den letzten Jahren Firmen zunehmend reguläre Arbeitskräfte durch langfristig angestellte Leiharbeiter ersetzten. Dennoch bleibe Leiharbeit für viele Beschäftigten nur eine kurze Episode in ihrem Arbeitsleben: Im Schnitt ende ein Job bei einem Leiharbeitsunternehmen bereits nach drei Monaten. In den letzten Jahren habe es allerdings eine "schwache Tendenz zu längeren Beschäftigungsverhältnissen" gegeben.

Nur fünf Prozent Akademiker

Grundsätzlich hänge die Dauer eines Zeitarbeit-Jobs auch von der Qualifikation ab: Akademiker und Facharbeiter seien im Schnitt deutlich länger bei einem sogenannten Personaldienstleister unter Vertrag als Ungelernte, stellten die Forscher fest. Das liege anscheinend auch daran, dass Hochqualifizierte häufiger in längerfristig angelegten Projekten eingesetzt seien, die zudem eine längere Einarbeitszeit verlangten. Mit fünf Prozent sei allerdings der Anteil der Akademiker unter den Leiharbeitern auch vergleichsweise gering.

>> Lesen Sie auch: Kein dauerhafter Einsatz für Leiharbeiter

Schlagworte zum Thema:  Mindestlohn, Leiharbeit

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