15.02.2012 | Recht & Personal

Studie: Chefs versagen im zwischenmenschlichen Umgang

Vielen Chefs fehlt es an Empathie im Umgang mit Mitarbeitern, ihnen fehlen wichtige Führungsqualitäten und sie erfüllen ihre Aufgaben nicht effektiv. Das zeigt eine aktuelle Studie der Talent-Management-Beratung Development Dimensions International (DDI), für die weltweit 1.279 Mitarbeiter ohne Führungsverantwortung befragt wurden.

So bezeichneten 34 Prozent der Befragten ihre Chefs als nur manchmal oder niemals effektiv. 37 Prozent sagten, sie seien nur manchmal oder niemals motiviert, ihr Bestes für ihre momentane Führungskraft zu geben. Schlimmer noch: Die Studienteilenehmer gaben im Rahmen der Studie "Lessons for Leaders from the People Who Matter" im Durchschnitt an, lieber einen Strafzettel, eine Erkältung oder einen schmerzhaften Kater hinzunehmen, als ein schwieriges Gespräch mit ihrem Chef zu führen.

 

Produktivitätseinbußen durch schlechte Führungskräfte

Zwei von drei Mitarbeitern berichteten von Situationen, in denen Vorgesetze ihr Selbstwertgefühl angegriffen hätten. Die Mehrzahl (53 Prozent) würde nach eigenen Angaben unter ihrem jetzigen Chef 20 bis 60 Prozent produktiver arbeiten, wäre dieser so gut wie der Beste ihrer Laufbahn. Ein Viertel bezifferte diesen Produktivitätszuwachs sogar auf 41 bis 60 Prozent. Umgerechnet bedeutet das: Wenn nur zwei bis drei Angestellte von besseren Führungskräften geleitet würden, ergäbe sich die zusätzliche Produktivität eines weiteren Mitarbeiters.

 

Mitarbeiter selbst wollen keine Führung übernehmen

Obwohl 45 Prozent der Befragten glauben, einen besseren Job als ihr momentaner Vorgesetzter machen zu können, würden nur etwas weniger als die Hälfte (46 Prozent) diese Aufgabe selbst übernehmen wollen. Vor allem zusätzlicher Stress, das hohe Maß an Verantwortung und der starke Erfolgsdruck halten die Befragten ab.

 

Gute Chefs spornen Mitarbeiter zu Höchstleistungen an

Von den Befragten, die angaben, momentan für die beste Führungskraft ihrer Karriere zu arbeiten, sind 98 Prozent zu ständigen Bestleistungen bereit. Unter denjenigen, die für den subjektiv schlechtesten Chef ihrer Laufbahn tätig sind, waren es dagegen nur elf Prozent. 94 Prozent der Mitarbeiter der besten Chefs fühlten sich durch ihre Führungskraft unterstützt, produktiver zu arbeiten, im Gegensatz zu fünf Prozent der Mitarbeiter schlechter Vorgesetzter.

 

Vorgesetzte schenken Bedürfnissen der Mitarbeiter kaum Aufmerksamkeit

Im Detail berichteten Mitarbeiter, dass ihre Vorgesetzten niemals oder selten auf ihre  Anliegen eingingen, die den Arbeitsplatz betreffen (35 Prozent) und dazu neigten, "Lieblingsmitarbeiter" auszumachen (34 Prozent). 51 Prozent der Führungskräfte wollen nach Aussage ihrer Angestellten meistens oder immer alle Probleme lieber selbst lösen, anstatt ihren Mitarbeitern dabei zu helfen, Lösungen eigenständig zu entwickeln. Zudem geben viele Vorgesetze nur selten oder nie ausreichendes Leistungs-Feedback (45 Prozent). Etwa 55 Prozent der Befragten haben schon einmal überlegt, aufgrund ihres Chefs den Job zu wechseln. 39 Prozent haben diesen Schritt schon einmal gemacht.

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