12.06.2012 | Studie

Betriebliches Gesundheitsmanagement reduziert Krankheitsfälle

Investitionen in Mitarbeiter lohnen sich.
Bild: Haufe Online Redaktion

80 Prozent der deutschen Unternehmen haben die Vorteile eines betrieblichen Gesundheitsmanagements erkannt. Trotzdem setzt lediglich ein Drittel von ihnen (36 Prozent) entsprechende Maßnahmen tatsächlich um.

Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie zum betrieblichen Gesundheitsmanagement von Roland Berger Strategy Consultants. "Deutsche Unternehmen können es sich nicht mehr leisten, Kosten in Höhe von rund 60 Milliarden Euro pro Jahr wegen Mitarbeiterausfällen auf sich zu nehmen. Denn das stellt ihre Wettbewerbsfähigkeit infrage", sagt Studienautorin Maren Hauptmann von Roland Berger Strategy Consultants. "Aufgrund des steigenden Durchschnittsalters ihrer Belegschaft werden Unternehmen daher zunehmend in die Gesundheit ihrer Mitarbeiter investieren müssen."

Belegschaften werden immer älter

Bereits heute scheidet mehr als ein Viertel der deutschen Arbeitnehmer (27,8 Prozent) aus gesundheitlichen Gründen frühzeitig aus dem Berufsleben aus. Ein Trend, der sich in den kommenden Jahren voraussichtlich weiter zuspitzen wird, erläutert Maren Hauptmann: "Der demographische Wandel und das steigende Renteneintrittsalter in Deutschland werden dazu führen, dass die Belegschaft in den Firmen durchschnittlich älter wird – und somit auch anfälliger für Krankheiten und weitere Belastungsfaktoren am Arbeitsplatz." Sind heute rund 30 Prozent der Erwerbstätigen in Deutschland im Alter von 50 bis 64 Jahren, so wird diese ältere Arbeitnehmergruppe bis 2050 auf rund 40 Prozent anwachsen. Unternehmen werden daher vermehrt mit Ausfallzeiten ihrer Mitarbeiter konfrontiert sein.

Noch viele Bedenken in den Unternehmen

Ein gezieltes Gesundheitsmanagement in den Unternehmen hilft daher, Personalausfälle zu reduzieren. Doch obwohl 80 Prozent der deutschen Firmen die Vorteile des betrieblichen Gesundheitsmanagements erkennen, setzt gerade mal ein Drittel von ihnen (36 Prozent) entsprechende Maßnahmen tatsächlich um. Einer der Hauptgründe ist die begrenzte Kalkulierbarkeit der damit verbundenen Kosten: "Häufig können Unternehmen das Verhältnis von Kosten und Nutzen eines Gesundheitsmanagements nicht richtig abschätzen. Das hindert sie daran, überhaupt darin zu investieren", sagt Hauptmann.

Außerdem erfordert das betriebliche Gesundheitsmanagement die Unterstützung der Unternehmensführung: Nur wenn diese das Wohlfühlen der eigenen Mitarbeiter als Priorität versteht, können entsprechende Programme umgesetzt werden, um die Gesundheit der Belegschaft zu schützen. Schließlich fehlen in den Firmen oft die nötige Kompetenz und die personellen Ressourcen, um gezielte Programme anzubieten. "Kooperationen mit externen Anbietern, Krankenkassen und Gesundheitsexperten können hier eine optimale Lösung für viele Unternehmen darstellen. Denn eine Investition in die langfristige Leistungsfähigkeit der eigenen Mitarbeiter lohnt sich für die Firmen auf jeden Fall", fasst Maren Hauptmann zusammen.

Schlagworte zum Thema:  Gesundheitsmanagement, Mitarbeiter

Aktuell

Meistgelesen