02.03.2016 | Stellenangebot

Kommt die Trendwende am Arbeitsmarkt?

Das rasante Wachstum bei Jobangeboten scheint vorerst gestoppt.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Lange Zeit schien der Bedarf an Arbeitskräften unbegrenzt - jetzt deutet sich womöglich eine Wende an: Im Februar lag die Zahl der offenen Stellen erstmals seit knapp zwei Jahren wieder unter dem Vormonatsniveau. Volkswirte bleiben dennoch optimistisch.

Monatelang sprang die Zahl der offenen Stellen in Deutschland von Rekord zu Rekord - jetzt scheint das rasante Wachstum bei Jobangeboten vorerst gestoppt. Erstmals seit knapp zwei Jahren ist im Februar die Arbeitskräftenachfrage leicht gesunken; sie liege aber nur knapp unter dem bisherigen Rekordniveau vom Januar, teilte die Bundesagentur für Arbeit (BA) mit. "Nach dem schwungwollen Wachstum der letzten Zeit entwickelt sich die Arbeitskräftenachfrage in diesem Monat etwas moderater. Sie befindet sich aber nach wie vor auf sehr hohem Niveau", betonte die Bundesagentur. Angesichts der weiterhin guten wirtschaftlichen Lage rechnen die Nürnberger Arbeitsvermittler auch für die kommenden Monate mit einer "hohen Einstellungsbereitschaft". Viele Unternehmen, vor allem in Dienstleistungsbranchen, hätten weiter großen Bedarf an neuen Mitarbeitern.

Experten erwarten Stagnation

Für den Februar rechnen derweil Arbeitsmarktexperten allenfalls mit geringen Veränderungen auf dem Jobmarkt. Die Arbeitslosenzahl sei im zu Ende gehenden Monat lediglich um 5.000 oder 6.000 im Vergleich zum Vormonat zurückgegangen, schätzten Volkswirte deutscher Großbanken in einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur. Einige Experten erwarten dagegen eher eine Stagnation oder sogar einen leichten Anstieg. Dann läge die Zahl der Jobsucher bei rund 2,91 Millionen. "Der Arbeitsmarkt ist überraschend stark geblieben", sagte Stefan Kipar von der Bayerischen Landesbank. Auch die große Zahl der Zuwanderer könne bislang aufgefangen werden. Der Stellenaufbau reiche noch aus, um die Arbeitslosigkeit weiter zu drücken. In den kommenden Monaten könne sich die Lage jedoch ändern, prognostizierten Volkswirte. Die Risiken auf dem Weltmarkt und steigende Flüchtlingszahlen machen sich vorerst noch nicht auf dem deutschen Arbeitsmarkt bemerkbar.

Zweigeteilter Arbeitsmarkt

Allerdings deute sich eine Art Zweiteilung zwischen Dienstleistungs- und Industriesektor an, sagte Heiko Peters von der Deutschen Bank. Dienstleistungen und Binnennachfrage seien bislang die Hauptstützen für Konjunktur und Arbeitsmarkt. "Der Konsum läuft, der deutsche Konsument lässt sich nicht verunsichern", sagte auch Kipar. In der Industrie herrsche dagegen inzwischen eine deutlich gedämpfte Stimmung. Das werde die Lage im weiteren Jahresverlauf schwieriger machen, meinte Peters. Auch Eckart Tuchtfeld von der Commerzbank sagte, die Weltkonjunktur sei deutlich labiler geworden, aus den USA und den Entwicklungsländern kämen negative Impulse.

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