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Schlechte Führung wird toleriert, wenn die Zahlen stimmen

In vielen Unternehmen gleicht das Thema Führung noch zu häufig einem bloßen Lippenbekenntnis. Nicht selten wird schlechtes Führungsverhalten der oberen Führungskräfte sogar wissentlich von der Geschäftsleitung geduldet, sofern das operative Ergebnis stimmt. Dies belegt eine aktuelle Studie der Hochschule Osnabrück.

Können sich Vorstände und Geschäftsführer deutscher Unternehmen vor dem Hintergrund des demografischen Wandels sowie des bereits aktuell spürbaren Fachkräftemangels schlechte Führung überhaupt noch leisten? Offensichtlich schon, vorausgesetzt die Zahlen stimmen: Bei mehr als zwei Drittel aller Befragten war die Toleranz gegenüber Schwächen im Führungsverhalten recht hoch ausgeprägt, sofern das von den Führungskräften zu verantwortende operative Ergebnis stimmt.

Zu diesem Ergebnis kommt eine explorative Studie der Hochschule Osnabrück, für die zwischen Oktober und November 2010 insgesamt 118 zufällig ausgewählte Unternehmen mit einer Mindestmitarbeiteranzahl von mehr als 400 Personen befragt wurden.

Führungsverhalten spielt in Zielvereinbarungen nur Nebenrolle

Zwar ist bei über 85 Prozent der befragten Unternehmen das Führungsverhalten expliziter Bestandteil von Personalbeurteilungen. Wirft man jedoch einen genaueren Blick auf die einzelnen Komponenten der Zielvereinbarungen, zeigt sich, dass die Befragten dem operativen Ergebnis im Durchschnitt mit mehr als 90 Prozent einen "sehr hohen" oder "bedeutenden" Stellenwert beimessen. Beim Führungsverhalten sind dies lediglich 45 Prozent.

Fatal daran: Schlechtes Führungsverhalten wird in der Regel nicht nur nicht sanktioniert, auch gutes Führungsverhalten wird nicht ausreichend belohnt. Eine notwendige Führungskultur könne auf diese Weise nicht entstehen, so das ernüchternde Fazit der Forscher.

Schlechtes Führungsverhalten kein Trennungsgrund

Auch bei der Frage nach den Hauptgründen für Trennungen von Führungskräften spielt das Führungsverhalten nur eine untergeordnete Rolle. So gaben 82 Prozent der hierzu befragten Unternehmen an, dass schlechtes Führungsverhalten für sie kein Anlass für eine Trennung sei. Die Hauptgründe für Trennungen werden von fast 50 Prozent vielmehr in "persönlichen Gründen" oder in einem "schlechten operativen Ergebnis" gesehen. Letzteres ist für 42 Prozent Anlass für eine Trennung.

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