26.02.2014 | Reallöhne

Arbeitnehmer hatten im Jahr 2013 weniger in der Tasche

Die Gehälter stiegen im Schnitt um 2,7 Prozent.
Bild: Marcus Surges

Trotz der niedrigen Inflationsrate und moderaten Lohnerhöhungen hatten die deutschen Arbeitnehmer im Jahr 2013 weniger in der Tasche: Der Grund: Die Unternehmen sparen bei Boni und Sonderzahlungen.

Erstmals seit dem Krisenjahr 2009 haben die deutschen Arbeitnehmer trotz niedriger Inflation etwas weniger im Geldbeutel. Die Reallöhne, also die um die Teuerung bereinigten Bruttomonatsverdienste, sanken 2013 im Vergleich zum Vorjahr um durchschnittlich 0,2 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden anhand vorläufiger Zahlen mitteilte.

Nur jeder zweite ist noch tarifgebunden

Ein wichtiger Grund war der Rückgang von Sonderzahlungen, dazu zählen etwa Boni, Gewinnbeteiligungen oder tarifliche Einmalzahlungen. Ohne diesen Faktor wären die Reallöhne um 0,2 Prozentpunkte stärker gestiegen als die Verbraucherpreise, erklärten die Statistiker. Nach Berechnungen des WSI-Tarifarchivs der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung haben die Tarifbeschäftigten im vergangenen Jahr preisbereinigt zwar erneut mehr Geld auf ihrem Konto gehabt. Dem Statistischen Bundesamt zufolge ist aber mittlerweile nur noch jeder zweite Arbeitnehmer tarifvertragsgebunden. Die amtliche Statistik erfasst auch tariflich ungeregelte Einkommen.

Vergütung stieg im Schnitt um 2,7 Prozent

Christoph Schröder, Arbeitskostenexperte des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), vermutet, dass manche Unternehmen sich wegen des vergleichsweise schwachen Wirtschaftswachstums 2013 bei Boni und anderen Sonderzahlungen zurückhielten. Etwa ein Drittel der Sonderzahlungen seien leistungs- und erfolgsabhängig. Die Vergütungen der Tarifbeschäftigten stiegen dem Tarifarchiv zufolge 2013 im Schnitt um 2,7 Prozent. Bei einer Inflationsrate von 1,5 Prozent ergab sich demnach ein Plus von 1,2 Prozent.

Tarifverträge für 13,1 Millionen Beschäftigte

Die Spannweite der Erhöhungen von Tariflöhnen reichte dem WSI zufolge 2013 von 3,5 Prozent in der Energie- und Wasserversorgung, rund 3,0 Prozent im Investitionsgütergewerbe und bis zu 2,3 Prozent im Handel. Insgesamt schlossen die Mitglieder des Deutschen Gewerkschaftsbundes Lohn- und Gehaltstarifverträge für 13,1 Millionen Beschäftigte ab. Deren Laufzeit beträgt im Schnitt 22,8 Monate. Für weitere 4,3 Millionen Beschäftigte traten Lohnerhöhungen in Kraft, die bereits 2012 vereinbart worden waren.

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Schlagworte zum Thema:  Reallohn, Inflation, Arbeitskosten, Lohnerhöhung

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