05.01.2016 | Prognose

Das bewegt den Arbeitsmarkt 2016

Auch in der Industrie werden neue Jobs entstehen.
Bild: Haufe Online Redaktion

Der weiterhin brummende Arbeitsmarkt wird auch 2016 für zusätzliche Jobs sorgen, sind Experten überzeugt. Die Zahl der Arbeitslosen wird aber wegen der vielen Flüchtlinge nicht mehr weiter sinken.

Der Arbeitsmarkt in Deutschland brummt auch 2016. Viele Firmen sitzen weiter auf vollen Auftragsbüchern. Und auch im Gesundheits- und Sozialwesen  werden die neuen Aufgaben kaum ohne zusätzliche Mitarbeiter zu bewältigen sein. Forscher rechnen daher im Jahr 2016 erneut mit vielen neu geschaffenen Arbeitsplätzen. Klar ist aber auch: Mit der großen Zahl von Flüchtlingen stehen Jobcenter und Arbeitsagenturen vor großen Herausforderungen.

Arbeitslosigkeit 2016: Im Jahresschnitt wird die Arbeitslosigkeit erstmals seit 2013 wieder leicht steigen. Arbeitsmarktforscher rechnen mit 2,87 Millionen Erwerbslosen - das wären rund 70.000 mehr als im Jahr 2015. Einige Volkswirte halte das für zu viel. Sie erwarten nur einen moderaten Anstieg von 40.000.

Flüchtlinge: Sie werden nach der Erwartung der Bundesagentur im Jahr 2016 erstmals verstärkt auf Arbeitssuche gehen - und damit auch etwas stärker in der Arbeitslosenstatistik sichtbar werden. Nach Prognosen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) dürfte die Zahl der arbeitslosen Flüchtlinge im Vergleich zum Vorjahr um 130.000 steigen. Ohne diesen Effekt würde die Zahl der Erwerbslosen im Jahr 2015 nach IAB-Prognose um rund 60.000 sinken.

Jobmotor Deutschland: Auch wenn die Arbeitslosigkeit steigt, Deutschland bleibt auch 2016 ein Jobmotor. Konjunkturforscher rechnen im neuen Jahr mit mehr als 250.000 zusätzlichen Arbeitsplätzen. Einige Experten halten sogar einen Anstieg der Erwerbstätigenzahl um 300.000 auf dann 43,2 Millionen für wahrscheinlich. Schon 2015 hatte der Zuwachs bei rund 200.000 gelegen.

Wo die neuen Jobs entstehen: Neue Jobs werden nach Prognosen des IAB vor allem in Beratungsberufen und bei Firmendienstleistern geschaffen. Stark gefragt sind Unternehmensberater, Werbefachleute, Wirtschaftsprüfer und Marktforscher. Bei diesen sogenannten qualifizierten Unternehmensdienstleistern sollen 2016 rund 110.000 neue Stellen entstehen. Weitere 70.000 werden es voraussichtlich in der Gastronomie sein, 80.000 im Gesundheits- und Sozialwesen. In der Industrie rechnen Fachleute mit rund 60.000 neuen Stellen.

Mindestlohn: Arbeitsmarktforscher rechnen ebenso wie 2015 auch im neuen Jahr mit keinen gravierenden Auswirkungen. Lediglich bei Mini-Jobbern hatte die Lohnuntergrenze 2015 zu einem Jobabbau geführt, ein Teil davon sei aber in reguläre Jobs umgewandelt worden, betont das IAB. 2016 dürfte den Prognosen zufolge die Zahl der geringfügig Beschäftigten im Vergleich zu 2015 um weitere 80.000 auf 5,4 Millionen sinken. 2015 waren 230.000 gering bezahlte Jobs weggefallen.

Langzeitarbeitslosigkeit: Seit Jahren schwankt die Zahl der Langzeitarbeitslosen bei rund einer Million. Und es bleibt abzuwarten, ob das im vergangenen Sommer auf den Weg gebrachte Konzept von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) zum Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit Früchte tragen wird. So sollen Männer und Frauen mit geringen Jobchancen in Aktivierungszentren umfassend betreut werden. Coachs sollen vermittelte Langzeitarbeitslose noch eine Weile nachbetreuen. Als Brückenschlag in den Arbeitsmarkt will Nahles öffentlich geförderte Jobs schaffen. Profitieren von dem Programm sollen zunächst 10.000 "arbeitsmarktferne Arbeitslose".

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Schlagworte zum Thema:  Arbeitslosigkeit, Arbeitsmarkt, Flüchtlinge

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