13.07.2015 | Hans-Böckler-Stiftung

Nur wenige Unternehmen erfüllen die Frauenquote

In vielen Aufsichtsräten fehlen Frauen.
Bild: Onyx/F1online

Nur gut ein Fünftel der von der geplanten Frauenquote betroffenen Unternehmen kann bereits genug weibliche Mitglieder im Kontrollgremium vorweisen. Von den zum Stichtag Mai 2015 erfassten 105 Firmen könnten derzeit nur 22 die künftig geforderte Quote von 30 Prozent erfüllen, teilte die gewerkschaftsnahe Hans-Böckler-Stiftung in Düsseldorf mit. Insgesamt fehlten damit in den Aufsichtsräten 171 Frauen.

In jedem zweiten Unternehmen, das die Frauenquote bereits erfüllt, sei dies zudem ein Verdienst der Arbeitnehmervertreter. So erfüllten bereits 39 Arbeitnehmerbänke die Vorgaben der Frauenquote, so dass dadurch vielfach Lücken auf der Seite der Anteilseigner im Aufsichtsrat ausgeglichen würden. Arbeitnehmer und Anteilseigner könnten jedoch darauf bestehen, dass jede Seite die 30-Prozent-Marke erfüllen müsse. Das Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe in Führungspositionen war am 1. Mai in Kraft getreten. Es schreibt von 2016 an bei Neubesetzungen in den Aufsichtsräten von Großunternehmen eine starre Frauenquote von 30 Prozent vor. Gibt es nicht genügend Frauen im Aufsichtsrat, bleibt der zu besetzende Stuhl leer. Nach Recherchen des Vereins Frauen in die Aufsichtsräten (Fidar) sind in Deutschland aktuell 100 Unternehmen von der Frauenquote betroffen. Fidar hatte den Firmen am Vortag vorgeworfen, das Gesetz zu ignorieren.

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