30.11.2012 | Teilzeit- und Befristungsgesetz

Minister wollen befristete Beschäftigung einschränken

Arbeitsminister wollen befristete Beschäftigung ohne Sachgrund abschaffen.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Mecklenburg-Vorpommerns Arbeits- und Sozialministerin Manuela Schwesig (SPD) fordert gemeinsam mit ihren Amtskollegen in zehn weiteren Bundesländern eine deutliche Einschränkung befristeter Arbeitsverhältnisse.

Die SPD-Bundesvize sagte vor der Arbeits- und Sozialministerkonferenz (ASMK) in Hannover, junge Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer hätten sonst keine Chance auf eine vernünftige Lebens- und Familienplanung. "Befristete Arbeitsverträge wirken besser als die Pille", meinte sie. Derzeit seien bundesweit etwa zehn Prozent aller Arbeitsverträge befristet. Das unternehmerische Risiko werde damit auf die Beschäftigten abgewälzt, kritisierte Schwesig.

Keine Befristung ohne sachlichen Grund 

Die Arbeits- und Sozialminister der Länder fordern die Bundesregierung auf, das Teilzeit- und Befristungsgesetz zu ändern. Damit soll eine befristete Anstellung ohne Vorliegen eines sachlichen Grundes nicht mehr möglich sein. Bereits im Herbst 2011 hatten die Länder den Bund aufgefordert, eine entsprechende Gesetzesänderung auf den Weg zu bringen. In ihrem Antrag spricht sich die ASMK nach Ministeriumsangaben auch dafür aus, befristet Beschäftigten die gleichen Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten wie ihren unbefristet angestellten Kolleginnen und Kollegen zu geben.

Viele befristet Beschäftigte im Niedriglohnsektor 

Der arbeitsmarktpolitische Sprecher der Linksfraktion im Schweriner Landtag, Henning Foerster, wies darauf hin, dass ein großer Teil der befristet Beschäftigten zudem für einen Niedriglohn arbeitet. Allein in Mecklenburg-Vorpommern seien gegenwärtig mehr als 132.000 Menschen in einer prekären Beschäftigungssituation.

Schlagworte zum Thema:  Befristetes Arbeitsverhältnis, Sachgrundlose Befristung, Teilzeit, Mitarbeiter, Befristeter Arbeitsvertrag

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