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Milliarden gegen die Jugendarbeitslosigkeit in der EU

Europaweit sind 22,2 Prozent der jungen Menschen ohne Job.
Bild: Haufe Online Redaktion

Mehr als 4,7 Millionen Jugendliche in der Europäischen Union sind der Statistikbehörde Eurostat zufolge arbeitslos. Besonders dramatisch ist die Lage in Ländern wie Spanien, Italien oder Griechenland. In Deutschland hingegen ist die Zahl junger Menschen ohne Job in den letzten zehn Jahren deutlich gesunken.

Im Süden Europas ist die Arbeitslosigkeit hoch. Besonders hart trifft es junge Menschen. In einigen Ländern hat jeder Zweite keinen Job.Jeder zweite Spanier unter 25 Jahren hat keinen Job. Anfang 2013 rief die konservative Regierung ein Milliardenprogramm ins Leben, das noch bis Ende 2016 läuft. Die 100 Maßnahmen kosten insgesamt 3,5 Milliarden Euro, fast ein Drittel davon kommt aus dem europäischen Sozialfonds. Es gibt unter anderem finanzielle Anreize für Firmen bei der Einstellung Jugendlicher und Maßnahmen zur Förderung der Berufsausbildung. Die Jugendarbeitslosenquote sank seit dem Start des Programms um rund sechs Punkte auf 49,2 Prozent.

In Portugal ist trotz des jüngsten Wirtschaftsaufschwungs immer noch fast jeder dritte Jugendliche arbeitslos. Anfang 2014 wurde das EU-Programm "Jugendgarantie" umgesetzt. Es ist in Portugal bis Ende 2015 mit insgesamt 1,3 Milliarden Euro ausgestattet. Bis dahin soll 378.000 Jugendlichen eine Arbeitsstelle, ein Ausbildungsplatz, ein Praktikum oder eine Fortbildungsmöglichkeit angeboten werden. Die Jugendarbeitslosenquote ging seit Inkrafttreten des Programms von gut 35 auf zuletzt 29,8 Prozent zurück. Kritiker meinen allerdings, dies sei auch auf die anhaltende Abwanderung zurückzuführen.

In Frankreich jeder vierte Jugendliche ohne Job

Die italienische Regierung hat kaum spezielle Programme gegen die Jugendarbeitslosigkeit, die zuletzt bei 44,2 Prozent lag. Italien beteiligt sich aber an dem EU-Programm "Jugendgarantie". Es wurden insgesamt 1,4 Milliarden Euro aus Mitteln von EU, Land und Regionen dafür zur Verfügung gestellt. Der Erfolg ist jedoch bislang noch nicht an den Zahlen zu erkennen. In Frankreich ist fast jeder vierte Jugendliche ohne Job. Für die zuletzt gut 560.000 Arbeitslosen unter 25 Jahren hat die Regierung spezielle Programme aufgelegt. Nach dem Verlust eines Jobs soll Betroffenen innerhalb von vier Monaten eine qualifizierte Stelle oder die Möglichkeit für Aus- und Weiterbildung oder Praktikum angeboten werden. Gleichzeitig bemüht sich die Regierung, für Jugendliche zwischen 16 und 25 Jahren Arbeitsplätze mit Zukunftsperspektive zu schaffen. Das Programm "Emploi d'avenir richtet sich vor allem an junge Leute, die nicht oder kaum qualifiziert sind. Für sie sollen zusätzliche Möglichkeiten zu Ausbildung und Arbeit entstehen. In den ersten drei Jahren der Beschäftigung zahlt der Staat 75 Prozent des Bruttogehalts für die jungen Leute. Spezielle Programme zur Bekämpfung Jugendarbeitslosigkeit gibt es in Griechenland so gut wie nicht - gut jeder Zweite unter 25 Jahren ist ohne Job. Im Mai beschloss die EU, dass Staaten wie Griechenland 2015 insgesamt eine Milliarde Euro Soforthilfe bekommen sollen.

Jugendarbeitslosigkeit in Deutschland zurückgegangen

Die Erwerbslosigkeit Jugendlicher ist in Deutschland am niedrigsten in der EU. Die Zahl junger Menschen ohne Job in Deutschland ist in den letzten zehn Jahren deutlich gesunken. Die Erwerbslosenquote der 15- bis 24-Jährigen lag 2014 mit 7,7 Prozent auf dem niedrigsten Stand in der Europäischen Union, wie das Statistische Bundesamt anlässlich des Internationalen Tages der Jugend (12. August) mitteilte. Demnach waren 330.000 Jugendliche auf der Suche nach einem Job, im Jahr 2005 waren es noch 745.000. In der gesamten EU lag die Erwerbslosenquote junger Menschen bei 22,2 Prozent. Knapp 30 Prozent der erwerbslosen jungen Menschen machten in Deutschland eine Ausbildung oder Weiterbildung. Zu den Erwerbslosen werden auch diejenigen gezählt, die einen Nebenjob suchen, zum Beispiel Schüler. Der Anteil der nichterwerbstätigen Jugendlichen, die keine Ausbildung oder Weiterbildung machten, sank in den vergangenen zehn Jahren von 10,9 Prozent auf 6,4 Prozent. Im europäischen Vergleich lag Deutschland damit hinter den Niederlanden (5,0 Prozent), Dänemark (5,8 Prozent) und Luxemburg (6,3 Prozent).

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Schlagworte zum Thema:  EU, Jugendarbeitslosigkeit

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