| Männerdomäne IT

IT-Frauen dringend gesucht

Mittlerweile gibt es IT-Studiengänge nur fü Frauen.
Bild: Haufe Online Redaktion

Yahoo, Facebook, YouTube und nun auch Microsoft Deutschland. In vielen Tech-Unternehmen sitzen Managerinnen im Chefbüro. Doch in der Branche insgesamt herrscht noch immer Frauenmangel.

Was lassen sich die großen Tech-Unternehmen in den USA nicht alles einfallen, um ihren Mitarbeiterinnen eine steile Karriere zu erleichtern. Facebook und Apple bezahlen das Einfrieren von Eizellen. IBM übernimmt den Transport abgepumpter Muttermilch zum Nachwuchs, wenn die Mutter dienstlich unterwegs ist. Zwar gibt es in einigen Chefetagen mächtige Vorzeigefrauen wie Sheryl Sandberg (Facebook), Marissa Mayer (Yahoo) oder Susan Wojcicki (YouTube) doch das Silicon Valley ist nach wie vor eine Domäne weißer Männer - und in Deutschland sieht es auch nicht besser aus. Nach Angaben des Branchenverbands Bitkom beträgt der Frauenanteil in der deutschen Technologiebranche 15 Prozent. Beim Nachwuchs sind die Männer ebenfalls in der Mehrheit. Im Dezember 2014 lag der Anteil der Frauen bei den IT-Auszubildenden bei acht Prozent. Etwas ausgewogener ist es beim Informatik-Studium: Im Wintersemester 2014/2015 waren immerhin 23 Prozent der Studienanfänger weiblich.

IT-Studiengang nur für Frauen

In Berlin und Bremen gibt es sogar Informatik-Studiengänge nur für Frauen, um diese mehr für IT-Berufe zu begeistern. "Die Erfahrung hat gezeigt, dass an Mädchenschulen ein größeres technisches Selbstbewusstsein entwickelt wird", erklärt Professorin Gerlinde Schreiber von der Hochschule Bremen. "In einem Frauenstudiengang herrscht eine andere Atmosphäre, bei uns kann man alles fragen und man muss keine Angst haben, sich zu blamieren." Frauen schätzten ihre technische Kompetenz defensiver ein als Männer. Sie seien zurückhaltender in der Selbstdarstellung und haben leichter Zweifel. Es sei für viele "unsexy", als junge Frau gut in Physik und Informatik zu sein. Das passe nicht zu der Geschlechterwahrnehmung, erklärt sie. "Es sind einfach Männerdisziplinen." Umso wichtiger sei es, dass Frauen wie Sandberg (49) und Mayer (40) als Vorbilder fungieren. "Das ist ein tolles Signal". Die Frauen könnten erfolgreich Karriere machen und verkörperten dennoch Weiblichkeit.

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