25.01.2012 | Recht & Personal

Leiharbeit nimmt weiter zu

910.000 Menschen in Deutschland sind Leiharbeiter. Der Großteil von ihnen hatte vorher keinen Job. Über die Leiharbeit schaffen manche von ihnen wieder den Anschluss an den Arbeitsmarkt. Doch die Hälfte steht nach weniger als drei Monaten wieder auf der Straße.

Die Leiharbeit in Deutschland nimmt zu - und mit ihr die Chancen für Arbeitslose, wieder einen Job zu bekommen. Doch die oft beschworene "Brücke in den Arbeitsmarkt" trägt nicht immer weit, wie die jüngsten Zahlen der Bundesagentur für Arbeit (BA) zeigen: Nach maximal drei Monaten ist für die Hälfte der Leiharbeiter schon wieder Schluss. 910.000 Menschen waren nach den neusten Daten vom vergangenen Juni bei einem der bundesweit 17.400 Verleihbetriebe beschäftigt. Das ist ein Plus von 13 Prozent im Jahresvergleich und 14 Prozent mehr als direkt vor der großen Wirtschaftskrise im Juni 2008.

Leiharbeit: Meist eine kurzfristige Perspektive für Arbeitslose

"Leiharbeit stellt eine Beschäftigungsperspektive für Arbeitslose, von Arbeitslosigkeit bedrohte Arbeitnehmer, Berufseinsteiger oder Berufsrückkehrer dar", kommentierte die BA. Schließlich hatten fast zwei Drittel der Beschäftigten direkt vor ihrer Anstellung keinen Job. Doch auch die Leiharbeit bietet oftmals keine langfristige Perspektive. "Die häufig kurze Dauer von Leiharbeitsverhältnissen deutet darauf hin, dass Verleiher ihren Personalbestand möglichst elastisch ihrer Auftragslage anpassen", erläuterte die BA.

Gerade nach der letzten Wirtschaftskrise hatte der Anteil der Leiharbeiter an allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten - als Gradmesser für die relative Bedeutung der Branche - stark zugenommen. Waren es im Juni 2008 wie 2009 jeweils 2,6 Prozent, so stieg der Wert im Juni vergangenen Jahres auf 2,9 Prozent an.

Leiharbeit ist eine Männer-Domäne

Den jüngsten Daten zufolge sind 73 Prozent der Leiharbeiter Männer, die vor allem im gewerblichen Bereich als Hilfsarbeiter oder als Schlosser und Mechaniker arbeiten. Wie in den vergangenen Jahren lag der Anteil der Hilfsarbeiter bei rund einem Drittel. Weitere 30 Prozent aller Leiharbeiter übten einen Dienstleistungsberuf aus, jeder Fünfte. einen Metall- oder Elektroberuf.

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