03.05.2012 | Betriebliche Weiterbildung

Lebenslanges Lernen wird zum Muss

Weiterbildung ist ein wichtiger Bestandteil der Karriereplanung.
Bild: Haufe Online Redaktion

Fast drei Viertel aller Erwerbsfähigen halten lebenslanges Lernen und berufliche Weiterbildung für unverzichtbar oder sehr wichtig. Dies ergab eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Bildungswerks der Bayerischen Wirtschaft e.V..

In computergestützten Telefoninterviews wurden dabei im Februar über 1.000 bayerische Wahlberechtigte zu ihrer Einstellung zu beruflicher Weiterbildung befragt. Danach erachten insbesondere überdurchschnittlich viele Selbständige (78 Prozent) sowie Beschäftigte in höheren Positionen (85 Prozent) berufliche Weiterbildung für unerlässlich.

Auch für viele ältere Beschäftigte ist eine kontinuierliche Weiterbildung unabdingbar notwendig. In der Altersgruppe der 45- bis 59-Jährigen halten 76 Prozent lebenslanges Lernen und berufliche Weiterbildung für unverzichtbar beziehungsweise sehr wichtig. Sogar bei den Befragten im Alter ab 60 Jahren sind noch 69 Prozent dieser Meinung.

 

Berufliche Weiterbildung ist fester Bestandteil der Karriereplanung

Entsprechend der großen Bedeutung, die dem lebenslangen Lernen entgegengebracht wird, gehören berufliche Weiterbildungen inzwischen über alle Altersklassen hinweg fest zur Berufsweg- und Karriereplanung. 2011 haben 64 Prozent der Erwerbsfähigen (ohne Auszubildende, Studierende und Schüler) an einer beruflichen Qualifizierung teilgenommen und dafür durchschnittlich 57,2 Stunden - also mehr als sieben Arbeitstage - aufgewendet.

Dabei haben Arbeitnehmer der Altersklasse 45 bis 59 ebenso viele Stunden mit Weiterbildung verbracht wie ihre jüngeren Kollegen. Selbst bei den bayerischen Erwerbsfähigen im Alter 60plus nahmen noch 58 Prozent an einer beruflichen Fortbildung teil.

Erwartungsgemäß liegt der Anteil derer, die die Fortbildungsangebote wahrgenommen und die meiste Zeit (63,3 Stunden) dafür aufgewendet haben, bei den Selbständigen (70 Prozent) und Beschäftigten in höheren Positionen (74 Prozent). Ungeachtet dessen ist mit 69 Prozent die Weiterbildungsbeteiligung auch bei Beschäftigten in niedrigeren Positionen sehr hoch.

 

Frauen haben Nachholbedarf

Deutlichen Nachholbedarf in Sachen berufliche Weiterbildung haben Frauen. Obwohl beide Geschlechter berufliche Weiterbildungen als gleich wichtig betrachten, nehmen noch immer sehr viel mehr Männer als Frauen an Fortbildungen teil. 2011 nahmen rund 71 Prozent Männer und nur 58 Prozent weibliche Erwerbsfähige in Bayern berufliche Qualifizierungsangebote wahr. Auch verwenden weibliche Erwerbstätige im Durchschnitt weniger Zeit auf ihre Weiterbildung als ihre männlichen Kollegen.

 

Fachkompetenz und ein hoher Praxisbezug haben oberste Priorität

Ganz oben in der Rangliste für eine berufliche Weiterbildung stehen fachliche Gründe (76 Prozent) und die gezielte Erweiterung des Wissens für spezielle Anforderungen (42 Prozent). Es geht vor allem darum, die Kenntnisse auf dem neuesten Stand zu halten und "aktuell zu bleiben".

Gewünscht sind vor allem Qualifizierungen mit einem hohen Praxisbezug. Mitunter erwartet man von der zusätzlich erworbenen Fachkompetenz eine bessere Bezahlung und Aufstiegsmöglichkeiten. Persönliche Gründe (26 Prozent) spielen bei der Entscheidung für eine Fortbildung allerdings eine untergeordnete Rolle.

Schlagworte zum Thema:  Weiterbildung, Betriebliche Weiterbildung, Berufliche Fortbildung, Mitarbeiter

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