03.11.2011 | Recht & Personal

Lärm macht krank und ist teuer

Maschinenlärm bei der Arbeit ist nicht nur lästig, sondern macht auf Dauer krank. Doch übermäßiger Krach lässt sich vermeiden, wenn schon beim Einkauf besonders leise Geräte gewählt werden. Die jetzt von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) veröffentlichte Broschüre "Laut ist teuer - Tipps für den Einkauf leiser Maschinen" gibt Hilfestellungen für die Auswahl leiser Maschinen und erklärt, warum sich damit sogar Kosten sparen lassen.

Seit Jahren steht die berufsbedingte Schwerhörigkeit in der Liste der anerkannten Berufkrankheiten unangefochten auf Platz eins. Ein Viertel aller Beschäftigten arbeitet regelmäßig unter Lärmbelastung. Das ist nicht nur schlecht für die Ohren, auch der restliche Körper leidet unter dem Lärm. Er reagiert mit einer verstärkten Ausschüttung von Stresshormonen, was sich negativ auf Herz-Kreislauf-System, Magen-Darm-Trakt und Psyche auswirkt.


Folgekosten berücksichtigen

Bisher sind leise Maschinen in den Betrieben wenig verbreitet. Denn noch gilt Lärm in der Regel nicht als Mangel, es halten sich sogar die Überzeugungen, leistungsstarke Maschinen müssten laut sein, leise seien teurer und darüber hinaus nur schwer zu beschaffen.

Doch leise Maschinen sparen letzlich Geld. In Unternehmen sollte nicht die Maxime gelten "Viel Leistung für möglichst wenig Geld", ohne dabei die Folgekosten mit einzukalkulieren.

Lärm macht krank

Neben den durch Lärmstress verursachten Kosten, die sich beispielsweise durch einen erhöhten Krankenstand im Unternehmen auswirken, gehören dazu etwa auch die Kosten für die Lärmschwerhörigkeit, die sich auf 170 Millionen Euro im Jahr belaufen und die die Unternehmen über ihre Beiträge an die Berufsgenossenschaften tragen müssen.

Leistungsfähigkeit und Sicherheitsniveau nimmt ab

Neben diesen Kosten entstehen jedem einzelnen Betrieb aber auch finanzielle Belastungen durch die verminderte Leistungsfähigkeit der Beschäftigten infolge von Lärm.

Denn Krach beeinträchtigt nicht nur die Kreativität, er stört auch die Konzentration und die verbale Kommunikation, wodurch Fehler, und damit eine geringere Qualität der produzierten Erzeugnisse, und Unfälle häufiger auftreten. Präventionsmaßnahmen wie Lärmunterweisungen und Gehörvorsorgeuntersuchungen belasten das Budget zusätzlich.

Richtig ins Geld gehen vor allem nachträgliche Lärmminderungsmaßnahmen für Maschinen

Deshalb ist es ratsam, direkt beim Kauf ein möglichst leises Gerät zu wählen. Die BAuA-Broschüre zeigt auf, welche Kenngrößen dabei zu beachten sind und erläutert sie ausführlich.

Einkäufer können sich so mit der Broschüre das nötige Sachwissen zur Anschaffung leiser Maschinen aneignen. Denn leise Maschinen rechnen sich für jeden Betrieb, nicht nur in Euro und Cent sondern auch in Wohlbefinden, Gesundheit, Arbeitsmotivation und mehr Lebensqualität für die Beschäftigten.

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