| Kündigung

Feste haben Vorfahrt vor Leiharbeitern

Bevor feste Mitarbeiter gekündigt werden, müssen Leiharbeiter gehen.
Bild: Michael Bamberger

Bevor ein Arbeitgeber einen Mitarbeiter betriebsbedingt kündigen kann, muss er prüfen, ob er ihn auf einem anderen freien Arbeitsplatz weiterbeschäftigen kann. Als freie Jobs gelten dabei auch jene, die mit Leiharbeitnehmern besetzt sind.

Darauf weist der Deutsche Anwaltverein hin. Er bezieht sich dabei auf ein Urteil des Hessischen Landesarbeitsgerichts (Az.: 19 Sa 1342/11). In dem verhandelten Fall hatte ein EDV-Systembetreuer in einem Krankenhaus die Kündigung erhalten. Der Grund dafür war, dass sein Arbeitgeber plante, das Computersystem hausübergreifend zusammenzulegen. In diesem Zuge sollte seine Stelle eingespart werden. Der Mann klagte dagegen. Mit Erfolg. Die Kündigung sei unverhältnismäßig, urteilte das Gericht. Dem Arbeitgeber sei es möglich gewesen, den Mitarbeiter anderweitig zu beschäftigen. Es gebe eine Teilzeitstelle im Bereich der Systemadministration, die mit einem Leiharbeitnehmer besetzt sei. Sie sei als frei zu betrachten. Es handele sich dabei auch nicht um eine völlig unterwertige Stelle. Außerdem besitze der Kläger die dafür erforderliche Eignung.

>> Lesen Sie auch: Fristlose Kündigung bei sexueller Belästigung

 

Aktuell

Meistgelesen