21.05.2014 | Koalitionspläne

Wirtschaft kritisiert den Renten-Kompromiss

Die Wirtschaft kritisiert die geplante Rente mit 63.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Trotz der Korrekturen am Rentenpaket im Koalitionskompromiss bleibt die Wirtschaft bei ihrer Kritik an dem Vorhaben von Union und SPD.

Das gesamte Paket führe mittelfristig zu steigenden Beitragssätzen und einem sinkenden Rentenniveau, sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Martin Wansleben. "Hier wird mit vollen Händen das Geld ausgegeben, das Wirtschaft und Beschäftigte in den vergangenen Jahren erwirtschaftet und in die Rentenkasse eingezahlt haben - eine vertrauensbildende Maßnahme ist das nicht." Das Rentenpaket soll am Freitag im Bundestag verabschiedet werden. Wansleben kritisierte insbesondere die Rente mit 63 nach 45 Beitragsjahren, auch wenn sich Union und SPD auf Regeln verständigt haben, die eine Frühverrentungswelle vermeiden sollen. "Mit einer rollierenden Stichtagsregelung kann der Ausstieg mit 61 Jahren zwar verhindert werden. Doch heilt dies die Fehler der abschlagfreien Rente mit 63 nicht", sagte er. Diese sei gerade mit Blick auf die Demografie falsch. Sie verschärfe den Fachkräftemangel in Betrieben.

Breite Zustimmung in der CSU

In der CSU-Landesgruppe stößt der Rentenkompromiss offenbar auf breite Akzeptanz. Auf den letzten Metern seien ein guter Kompromiss erzielt und wichtige Korrekturen durchgesetzt worden, sagte die Vorsitzende der CSU-Bundestagsabgeordneten, Gerda Hasselfeldt. Mit Blick auf die am Freitag anstehende Abstimmung im Plenum sei breite Zustimmung signalisiert worden. Nur sehr wenige Abgeordnete seien noch unentschieden. Auch die Vorsitzende der Frauenunion, Maria Böhmer (CDU), sieht eine große Akzeptanz. "Die Mütterrente, die abschlagsfreie Rente mit 45 Beitragsjahren, Verbesserungen bei der Erwerbsminderungsrente und die Reha-Leistung sind ein Paket. Das ist bezahlbar, und ich erwarte deshalb eine breite Zustimmung in meiner Fraktion", sagte sie. Die Verbesserungen bei der Mütterrente seien eine gute Nachricht für 9,5 Millionen Mütter.

Nahles sieht keine "Gerechtigkeitslücke"

Kritik wird daran laut, dass die höheren Leistungen der Mütterrente auf die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung angerechnet werden. Frauen, die Grundsicherung beziehen, profitieren damit nicht oder kaum von den Verbesserungen. Arbeitsministerin Andrea Nahles handele "herzlos", sagte die Linke-Vorsitzende Katja Kipping. "Die ärmsten Mütter bleiben im Regen stehen." Es müsse für diese "eine unbürokratische Lösung" geben. Nahles rechtfertigte die Anrechnung der Zeitung zufolge in einem Brief an die Spitze der Linkspartei. Es gebe weder eine "eklatante Gerechtigkeitslücke" noch sei bei der Mütterente eine Ausnahmeregelung für Grundsicherung-Empfängerinnen notwendig.

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Schlagworte zum Thema:  Rente mit 63, Gesetzliche Rente

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