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KMU bei Fachkräftesicherung besser als ihr Ruf

Kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) wird häufig eine schlechte Wettbewerbssituation auf dem Arbeitsmarkt nachgesagt. Doch die Betriebe sind weit besser aufgestellt als ihr Ruf vermuten lässt, so der zentrale Befund des RKW-Trendreports "Fachkräftesicherung 2010/2011". Allem voran zahlt der Mittelstand besser als ihm vielfach unterstellt wird.

Nur jedes vierte der 50 Unternehmen, das im Zeitraum 2010 bis 2011 vom Eschborner RKW-Kompetenzzentrum befragt wurde, zahlt seinen Mitarbeitern weniger als der Durchschnitt.

Familie immer noch Karrierehindernis

Ein Thema, das in beinahe jedem zweiten Unternehmen gerade auf die Agenda gesetzt wurde, ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf (42 Prozent). Allerdings, so das Ergebnis, schließen sich Kind und Karriere in den meisten Fällen (noch) aus: In nur 16 Prozent der befragten Firmen werden Maßnahmen einer familienbewussten Personalpolitik auch auf höheren hierarchischen Ebenen in Anspruch genommen.

Jede dritte Firma mit eigenem Personalentwicklungsprogramm

Auch der Bereich der Personalentwicklung ist in den KMU besser als ihr Ruf. Jedes dritte Unternehmen setzt eigene Personalentwicklungs-Programme für die Belegschaft auf, teilweise ergänzt durch Angebote einer Laufbahnplanung. Etwas vernachlässigt wird hingegen trotz eines gemeldeten Handlungsbedarfs der Erfahrungstransfer: Nur jedes zwanzigste Unternehmen greift zu entsprechenden personalpolitischen Maßnahmen.

Problem Arbeitsgestaltung

Einen ebenfalls großen Handlungsbedarf zeigen die Ergebnisse im Bereich Arbeitsgestaltung. Die Belastungssituation wird weitgehend als hoch eingeschätzt. Nur jedes vierte Unternehmen bescheinigt sich selbst eine moderate Belastungssituation. Es ist die seltene Ausnahme, dass ein Beschäftigter bis zum Renteneintrittsalter im Betrieb arbeiten kann. Trotzdem ergreifen viele Unternehmen entweder keine Maßnahmen zum Erhalt von Leistungsfähigkeit (35 Prozent) oder erst dann, wenn die Leistungsfähigkeit bereits eingeschränkt ist (44 Prozent).

75 Prozent mit Rekrutierungsproblemen

Drei von vier Unternehmen hatten im Zeitraum 2010 bis 2011 mehr oder weniger massive Stellenbesetzungsprobleme und rechnen mehrheitlich damit, dass sich diese Schwierigkeiten weiter zuspitzen werden. Probleme melden insbesondere das Verarbeitende Gewerbe (80 Prozent) und der Gesundheitssektor (76 Prozent) bei der Gewinnung von qualifizierten Mitarbeitern mit Berufsabschluss. Die Besetzung von Stellen mit Akademikern bereitet den Betrieben hingegen weniger Schwierigkeiten.

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