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Kein Unfallschutz bei längerer Arbeitspause

Verlässt ein Arbeitnehmer in einer längeren Pause den Umkreis seiner Arbeitsstätte und verletzt sich, muss der gesetzliche Unfallversicherer nicht zahlen. Das entschied das Bayerische Landessozialgericht München (Az.: L 3 U 52/11).

Der Fall: Ein Busfahrer hatte eine Reisegruppe zu einem Fußballpokal-Spiel in München gefahren. Er kam in den Genuss einer vorbestellten, aber nicht abgeholten Eintrittskarte und verfolgte das Spiel in seiner Pause. Beim Verlassen des Stadions rutschte er auf einer Treppenstufe aus und zog sich einen Muskelfaserriss im linken Oberschenkel zu. Der Unfallversicherungsträger lehnte die Anerkennung eines Arbeitsunfalls ab.

Das Urteil: Die Klage des Mannes hatte keinen Erfolg. Auch bei Busfahrern müsse unterschieden werden zwischen Tätigkeiten, die mit dem Beschäftigungsverhältnis in einem rechtlich wesentlichen, inneren Zusammenhang stehen und deswegen versichert seien und solchen, die der privaten, unversicherten Sphäre zuzurechnen seien. Der Kläger habe seine unbezahlte Pause von anderthalb Stunden im eigenen Belieben gestaltet. Der Besuch des Fußballspiels sei dem Bereich der Freizeitgestaltung und damit dem privaten Bereich zuzuordnen.

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