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Kaum Fortschritte im Kampf gegen Langzeitarbeitslosigkeit

Die Bundesagentur für Arbeit findet kein Rezept gegen die Langzeitarbeitslosigkeit.
Bild: Bundesagentur für Arbeit / www.arbeitsagentur.de

Es ist die Achilles-Ferse der deutschen Arbeitsmarktpolitik - seit Jahren verzeichnen Jobcenter kaum Fortschritte im Kampf gegen die Langzeitarbeitslosigkeit. Jetzt machen Forscher deutlich: Die Lage der Langzeit-Jobsucher hat sich zuletzt sogar noch verschlechtert.  

Im Kampf gegen die Langzeitarbeitslosigkeit in Deutschland sind nach Erkenntnissen von Forschern seit 2010 kaum Fortschritte erzielt worden. Jobsucher, die seit mindestens einem Jahr ohne Arbeit sind, hätten damit wenig vom Job-Boom der vergangenen Jahre profitiert, geht aus eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen sei zuletzt 2009 stärker gesunken; seitdem verharre sie bei gut einer Million, berichteten die Nürnberger Arbeitsmarktforscher. 2014 waren im Schnitt 1,08 Millionen länger als ein Jahr ohne Job. Manche suchen seit Jahren vergeblich eine Arbeit. Ein genauer Blick in die Statistik zeigt laut IAB, dass sich die Aussichten von Langzeitarbeitslosen in den zurückliegenden Jahren sogar noch verschlechtert haben. Während 2010 noch knapp zwei Prozent aller Langzeitarbeitslosen im Monat eine reguläre Stelle fanden, waren es 2014 nach IAB-Erkenntnissen nur 1,4 Prozent. Dagegen gelingt seit Jahren rund 9 Prozent der Kurzzeitarbeitslosen pro Monat der Sprung in einen Job.

"Verfestigungstendenz" als Grund

Zudem seien Langzeitarbeitslose inzwischen länger auf Jobsuche als früher, schreiben die Autoren der Studie. So lag gemessen an allen Langzeitarbeitslosen der Anteil der Menschen, die zwei oder mehr Jahre erwerbslos sind, im Juni 2010 noch bei 49,7 Prozent; im Juni 2014 waren es der IAB zufolge bereits 54,3 Prozent. 90 Prozent der Langzeitarbeitslosen seien Hartz-IV-Bezieher. Die Arbeitsforscher führen die "Verfestigungstendenz" bei der Langzeitarbeitslosigkeit vor allem auf die immer schlechteren Voraussetzungen dieser Gruppe von Jobsuchern zurück. So sei von 2010 bis 2014 die Zahl der Langzeitarbeitslosen ohne abgeschlossene Berufsausbildung stetig gestiegen - und zwar von 46,9 auf 50,5 Prozent. Und obwohl das Angebot an einfacheren Jobs seit Jahr sinke, komme inzwischen für jeden zweiten Langzeitarbeitslosen nur eine Helfertätigkeit infrage. Kurzzeitarbeitslose würden sich dagegen auf sogenannte Fachkraft- oder Spezialisten-Stellen bewerben. Zugenommen habe bei Langzeitarbeitslosen auch der Anteil der schwerer zu vermittelnden Älteren.

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